Zug: Abzug für Kinderbetreuung wird halbiert

Die Debatte um Einsparungen von 42 Millionen geht weiter

Hier tagt das Zuger Kantonsparlament

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  1. Spardebatte im Zuger Kantonsparlament. Audio: Yanik Probst

Im Kanton Zug kann bei den Steuern künftig nur noch halb so viel für die Betreuung von Kindern abgezogen werden. Das Zuger Kantonsparlament sprach sich im Rahmen der Spardebatte für eine entsprechende Kürzung aus. Sowohl bei Fremd- wie auch Eigenbetreuung.

Zugerinnen und Zuger können für die Betreuung ihrer Kinder bei den Steuern künftig nur noch halb so viel abziehen. Das Zuger Kantonsparlament hat sich dafür ausgesprochen die Abzüge von maximal 6'000 Franken auf 3'000 Franken zu kürzen. Zunächst wollte das Parlament nur die Eigenbetreuungs-Abzüge kürzen. Aus Fairness wurde in einer zweiten Abstimmung zur Fremdbetreuung auch dieser Abzug auf 3'000 Franken halbiert.

Weniger abziehen dürfen künftig auch die Pendler. Wer im Kanton Zug zur Arbeit pendelt, vor allem mit dem Auto, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Neu können für die beruflich notwendigen Fahrtkosten noch maximal 6'000 Franken abgezogen werden. Zuvor gab es beim Pendlerabzug keine eigentliche Beschränkung.

Weniger Polizeiposten in Zuger Gemeinden

Im Rahmen der Budgetdebatte hat das Kantonsparlament ebenfalls entschieden, dass nur noch das Hauptgebäude in der Stadt Zug sowie die Polizeiposten in Unterägeri, Cham, Baar und Rotkreuz betrieben werden. Die restlichen Polizeiposten werden gestrichen. Damit spart der Kanton Zug rund 200'000 Franken ein.

Gegen diese Vorlage gewehrt hatte sich vor allem die SVP. Ihrer Ansicht nach bräuchte es sogar mehr Polizeiposten. Ein Antrag der SVP, dass es künftig wieder in jeder Zuger Gemeinde einen Polizeiposten mit 24h-Betrieb geben soll, war jedoch chancenlos.

Die Mehrheit im Parlament war der Meinung, dass fünf Standorte genügen. Das Zuger Strassennetz und die Erschliessungen seien gut genug. Auch mit weniger Polizeiposten könne bei Notfällen rasch gehandelt werden.

Noch einen Schritt weiter gehen wollte die SP. Die SP setzte sich dafür ein, dass gar nur noch das Hauptgebäude der Polizei in Zug betrieben wird. Das restliche Kantonsgebiet sollte einfach mit Patrouillen abgedeckt werden. Der Antrag fand im Zuger Kantonsparlament jedoch keine Mehrheit.

Spardebatte im Kanton Zug noch nicht zu Ende

Die Spardebatte im Zuger Kantonsparlament ist damit noch nicht zu Ende. Im Zuger Kantonsparlament geht heute die Debatte zum Sparpaket von über 100 Millionen Franken weiter. Einen Grossteil davon konnte die Regierung in Eigenregie beschliessen. Das Parlament entscheidet über Einsparungen von 42 Millionen. Ein erster Teil war bereits in der Session Ende März behandelt worden. Voraussichtlich wird die Spardebatte auch im Mai nochmals aufgenommen werden müssen.

Radio Pilatus ist bei der Debatte dabei und berichtet laufend über die wichtigsten Entscheide im Zuger Parlament.