Grüne Zug wollen Briefkastenfirmen abschaffen

Die Steuerprivilegien sollen verschwinden, heisst es in einer Motion

Die Zuger Regierung soll eine Gesetzesvorlage ausarbeiten, welche die steuerliche Bevorzugung von Briefkastenfirmen verhindert. Dies fordern die Grünen im Kanton Zug in einem Vorstoss. "Holdingprivilegien sind ungerecht gegenüber ausländischen Gemeinwesen, denen so ein wesentlicher Teil des Steuersubstrats entzogen wird. Sie sind aber auch ungerecht gegenüber inländischen Firmen, die gegenüber ausländischen Firmen mit Sonderbehandlung benachteiligt werden", sagt Parteipräsident Andreas Lustenberger.

So schlecht wie heute war der Ruf der Briefkastenfirmen noch nie. Und das darf einem Kanton, in welchem auf jeden 15. Einwohner eine Briefkastenfirma kommt, nicht gleichgültig sein, heisst es in der Mitteilung. Der Vorstoss biett dem Kanton Zug die Chance, freiwillig auf die Briefkastenfirmen zu verzichten, bevor er dazu gezwungen wird, wie es der Schweiz beim Bankgeheimnis passiert ist.

Der Vorstoss wurde im Kantonsparalement noch nicht behandelt und auch der Zuger Regierungsrat hat sich noch nicht offiziell zum Vorstoss geäussert. Finanzdirektor Heinz Tännler sagt dennoch auf Anfrage von Radio Pilatus, dass man nichts von einem Verbot von Briefkastenfirmen halte. Die Firmen seien nicht nur in Zug, sondern in der ganzen Schweiz legal, daher sei es rechtlich nicht verboten. Auch steuertechnisch sei in der Schweiz alles sauber, dies werde laufend überprüft. Weiter bieten die Briefkastenfirmen dem Wirtschaftsstandort Zug Vorteile. So können Treuhänder, Banker, Versicherungen und weitere Unternehmen von Geschäften mit diesen Firmen profitieren.

Der Vorstoss wird nun im Zuger Kantonsparlament diskutiert. Wann ist noch offen.

 



 

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  1. Sollen Briefkastenfirmen im Kanton Zug abgeschafft werden?. Audio: Philipp Breit