Vergewaltigung: Lehrer freigesprochen - trotzdem keine Entschädigung

Schule zu wenig vorsichtig und voreilig

Das Bundesgericht in Lausanne.

Das Bundesgericht hat einem ehemaligen Lehrer im Kanton Zug eine Entschädigung verwehrt, obwohl er vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung freigesprochen wurde. Nicht die Strafbehörden, sondern die Schule hat den Fehler gemacht.

Eine Mutter hatte im Jahr 2009 behauptet, der Lehrer hätte ihrer Tochter mehrfach sexuell missbraucht und einmal sogar vergewaltigt. Sie zeigte den Lehrer an und dieser musste vor Gericht. Für den Lehrer kam es dann sogar noch dicker: Noch bevor es ein Urteil gab, wurde der Lehrer Ende 2009 von der Zuger Schule entlassen. Rund drei Jahre später wurde er dann vollumfänglich vom Zuger Strafgericht freigesprochen.

Schule hat den Fehler gemacht nicht die Strafbehörden

Eine Entschädigung erhielt der Lehrer für seine ungerechtfertigte Entlassung aber nicht. Er ging deshalb bis vor Bundesgericht. Auch dieses hat ihm nun aber eine Entschädigung dafür verwehrt. In seinem Urteil begründet das Bundesgericht seinen Entscheid heute damit, dass es nicht die Schuld der Strafbehörden sei, dass der Lehrer entlassen wurde. Vielmehr habe die Schule zu wenig vorsichtig und voreilig gehandelt.

Dem Lehrer würde daher keine Entschädigung seitens der Strafbehörden zustehen. Diese würde er nur dann bekommen, wenn der Lehrer beispielsweise zunächst schuldig gesprochen wurde, daraufhin seinen Job verloren hätte und in zweite Instanz dann aber freigesprochen würde. Das war hier nicht der Fall. Die Entlassung fand bereits vor einem Urteil statt.

Audiofiles

  1. Freispruch nach Vergewaltigung: Keine Entschädigung für Zuger Lehrer. Audio: Yanik Probst