Gewaltdelikte in der Schweiz rückläufig

Unfallversicherer bestätigen Trend aus Kriminalstatistik

Häusliche Gewalt

In der Schweiz werden immer weniger Gewaltdelikte verzeichnet. Die neuesten Zahlen der Unfallversicherer stützen den in der Kriminalstatistik erkennbaren Trend. Am gefährlichsten ist es den Zahlen zufolge am Wochenende.

Die Gewalt in der Schweiz nimmt ab. Wie die Unfallversicherer über ihre Sammelstelle für Statistik (SSUV) mitteilten, bestätigen die Zahlen der obligatorischen Unfallversicherung den in der Kriminalstatistik erkennbaren Trend. Die Auswertung der Daten zu den gewaltbedingten Verletzungen in den letzten 20 Jahren zeige ein erfreuliches Bild.

Zwar hätten die Unfallversicherer nach wie vor doppelt so viele Gewaltfälle wie vor 20 Jahren registriert. Dafür aber sei von 2008 bis 2014 die Zahl der Verletzten nach Gewaltdelikten um 20 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang sei fast ausschliesslich auf das Verhalten der Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren zurückzuführen, teilte die Sammelstelle mit. In dieser Gruppe sei die Zahl der Gewaltdelikte sogar um 40 Prozent zurückgegangen. Bei den jungen Frauen wurde dagegen kein Rückgang festgestellt. 

Die Entwicklung der Gewaltfälle in der Statistik der Unfallversicherer zeige das gleiche Bild wie die polizeiliche Kriminalstatistik. Dass die gewaltbedingten Verletzungen in den letzten 20 Jahren insgesamt zugenommen haben, führen die Unfallversicherer auf das in jenen Jahren veränderte Ausgehverhalten zurück. Die Gewaltfälle hätten sich stärker auf das Wochenende verlagert. Am höchsten sei die Gewalt in der Nacht auf Sonntag zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

Schönes Wetter erhöht Unfallgefahr

Insgesamt erfasste die Sammelstelle 2015 809'604 Unfälle von obligatorisch versicherten Personen. Dies sind 1,6 Prozent mehr als 2014. Die Zahl der Berufsunfälle ging um 0,6 Prozent auf 266'661 zurück. Die Zahl der Freizeitunfälle erhöhte sich um 2,6 Prozent auf 526'562. Gründe für die Zunahme der Unfälle sieht die Sammelstelle darin, dass es 2015 mehr Beschäftigte und Stellensuchende gab. Ebenfalls auf die Zahl der Freizeitunfälle ausgewirkt haben dürfte sich das vergleichsweise schöne Wetter.

Die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) wertete die Daten von 29 Versicherern aus. Erfasst wurden die Berufs- und Freizeitunfälle aller obligatorisch unfallversicherten Angestellten und Arbeitslosen. Das sind im Wesentlichen die ständig in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmer und Lehrlinge im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Diese Personen machen gut die Hälfte der Wohnbevölkerung aus.