Vernetzt: Deutlich bessere Akkus dank Schweizer Forschung

30 - 50% mehr Leistung, schnellere Ladezeiten

Juliette Billaud, Mit-Erstautorin der neuen Studie, und Claire Villevieille, Leiterin der Forschungsgruppe für Batteriematerialien am Paul Scherrer Institut. Die beteiligten Forscher von der ETH Zürich, von links nach rechts: André Studart, Mit-Erstautor Florian Bouville und Tommaso Magrini. So optimierten die Forscherinnen und Forscher: Mit einem rotierenden Magnetfeld richten Sie die Grafitflocken der Anode senkrecht aus. So ersparen Sie den Lithiumionen Umwege (oben rechts) und schaffen mehr Andockmöglichkeiten.

Lithium-Ionen Akkus mit deutlich mehr Kapazität, welche sich auch noch schneller laden lassen. Das haben Forscherinnen des Paul Scherrer Instituts und Forscher der ETH Zürich gemeinsam entwickelt. Sie rechnen damit, dass die neue Akkus 30-50% mehr Leistung haben werden und schon in zwei, drei Jahren auf den Markt kommen könnten.

Die Forscherinnen und Forscher haben die Anode (Minuspol) der Akkus optimiert, indem sie die normalerweise chaotisch ausgerichteten Grafitflocken der Anode mit einem rotierenden Magnetfeld senkrecht ausgerichtet haben. Das erspart den Lithiumionen Umwege und schafft mehr Andockmöglichkeiten. Dabei wird die Kapazität erhöht und die Ladegeschwindigkeit kann ebenfalls gesteigert werden. Das Verfahren ist verhältnismässig simpel und kostengünstig. Es könnte in kommerziellen Akkus bereits in zwei bis drei Jahren zum Einsatz kommen. Unter Laborbedingungen konnte die Kapazität verdreifacht werden. Claire Villevieille, Leiterin der Forschungsgruppe Batteriemanagement am Paul Scherrer Institut, geht davon aus, dass im kommerziellen Bereich Leistungssteigerungen von 30-50% realistisch sind.

Medienmitteilung des Paul Scherrer Instituts

Audiofiles

  1. Vernetzt, Dienstag 05.07.16. Audio: Maik Wisler