Ebikon: Schindler darf historischen Restaurant-Pavillon abreissen

Das Luzerner Kantonsgericht hat eine Beschwerde des Innerschweizer Heimatschutzes abgewiesen

Rolltreppe (Symbolbild).

Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler darf seinen Hauptsitz in Ebikon LU für 110 Millionen Franken erneuern und dabei einen historischen Restaurant-Pavillon abreissen. Das Kantonsgericht hat eine Beschwerde des Innerschweizer Heimatschutzes abgewiesen.

Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler hat für die Erneuerung seiner Firmenzentrale am Hauptsitz in Ebikon grünes Licht erhalten. Schindler darf dazu einen historischen Bau abreissen. Die Firma will das Management-Gebäude sanieren und ein Besucherzentrum mit neuem Personalrestaurant bauen. 

Laut dem Gericht hielten sowohl die kantonale Denkmalpflege wie auch die Architekturkommission der Gemeinde das alte Personalrestaurant nicht für schutzwürdig. Zudem bestehe ein öffentliches Interesse, dass der für die Zentralschweiz bedeutende Arbeitgeber seine Räumlichkeiten auf seine Führungs- und Verwaltungsbedürfnisse zuschneiden könne.

Heimatschutz: wertvoller Bau 

Der Innerschweizer Heimatschutz hatte gegen die Baubewilligung vom Dezember 2015 Beschwerde eingelegt. Er verlangte, dass der im kantonalen Bauinventar als schützenswert eingetragene Pavillon nicht abgebrochen wird. Es handle sich um einen wertvollen Bau von architektonischer und historischer Bedeutung. Ein Abbruch widerspreche dem Kulturdenkmal-Gesetz sowie dem kommunalen Recht. 

Die Kantonsrichter hingegen argumentierten, dass der Kanton bereits 2009 entschieden hatte, den Pavillon nicht unter den kantonalen Denkmalschutz zu stellen. Der geplante Abbruch des Pavillons sei im Baubewilligungsverfahren akzeptiert worden.

Öffentliche Interessen

​Ausserdem habe die Fachkommission Architektur der Gemeinde Ebikon dem Abbruch ebenfalls zugestimmt. Weiter hielt das Kantonsgericht fest, dass dem Anliegen auf Erhalt des Gebäudes erhebliche öffentliche Interessen entgegentreten würden. Die geplanten Neu- und Umbauten seien Bestandteil einer betrieblichen und architektonischen Lösung, die auf die Bedürfnisse der zentralen Führung und Verwaltung des weltweiten Konzerns zugeschnitten sei. Schindler sei für die ganze Innerschweiz als Wirtschaftsstandort und Arbeitgeber von grosser Bedeutung.

Das am Donnerstag publizierte Urteil des Kantonsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es kann an das Bundesgericht weitergezogen werden.