Stefan Roth tritt definitiv zurück

Der abgewählte Stadtpräsident scheidet aus der Stadtregierung

Der Luzerner Finanzdirektor Stefan Roth.

Der abgewählte Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth tritt definitiv aus der Stadtregierung aus. Dies hat Stefan Roth heute Nachmitag um 13:30 Uhr in einer Medienmitteilung bekannt gegeben. Die Gründe liegen beim Entzug des Vertrauens durch die Stimmbevölkerung sowie der bevorstehende Rollenwechsel.

Roth hat am 5. Juni die Wahl ums Stadtpräsidium gegen den SP-ler Beat Züsli klar verloren, schaffte aber die Wiederwahl in die Stadtregierung. Ende Monat gibt Roth das Amt des Stadtpräsidenten an Züsli ab. Nach der Niederlage betonte Roth stets, er wolle als Finanzdirektor in der Stadtregierung bleiben. Seine Entscheidung kommt daher sehr überraschend. 

"Der Entzug des Vertrauens durch die Stimmbevölkerung hat mich zutiefst betroffen gemacht. Der bevorstehende Rollenwechsel beschäftigt mich daher und hinterlässt bei mir emotionale und physische Spuren", begründet Roth seinen Rücktritt in der Mitteilung. Die künftige berufliche Aufgabe und Funktion würde nicht seinen Erwartungen entsprechen, was sich letztlich auch negativ auf die Aufgabenerfüllung auswirken würde, so Roth weiter. Sein Rücktritt aus der Stadtregierung erfolgt per 15. September.

CVP will ihren Sitz in der Stadtregierung verteidigen

Die CVP Stadt Luzern hat den Rücktritt mit grossem Bedauern entgegen genommen und hält am frei werdenden Sitz fest. Sie wird die Nachfolge an einer ausserordentlichen Parteiversammlung bis spätestens Mitte September nominieren. Über den genauen Zeitplan will die CVP am 23. August entscheiden. Der Rücktritt von Stefan Roth wird die Partei arg unter Druck setzen. Bei Ersatzwahlen wird es für die CVP wohl nicht einfach, ihren Sitz in der Stadtregierung zu verteidigen. Sowohl die SVP als auch die Linken dürften Interesse am freien Sitz haben. Entscheidend wird sicher sein, ob bei den Ersatzwahlen die Bürgerlichen miteinander oder gegeneinander in den Wahlkampf steigen. 

120'000 Franken Rente pro Jahr

Gemäss der Pensionsordnung der Stadt Luzern erhält der abtretende Finanzdirektor jährlich eine Überbrückungsrente von rund 120'000 Franken. Diese wird gekürzt, sobald er wieder eine neue Stelle übernimmt und dabei zusammen mit der Rente mehr verdient als zuletzt als Stadtpräsident.

Die Ersatzwahlen findet laut der Luzerner Stadtverwaltung am 27. November statt. In der Zwischenzeit wird Sozialdirektor Martin Merki zusätzlich die Finanzdirektion führen.

Audiofiles

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