Kanton Zug will trotz Steuerreform attraktiv für Konzerne bleiben

Die Unternehmenssteuerreform III soll für die Konzerne nur moderate Auswirkungen haben

Das Regierungsgebäude in Zug

Im Kanton Zug soll nach der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III für alle Firmen der gleiche Steuersatz auf Unternehmensgewinne gelten. Trotzdem will der Kanton für Konzerne wirtschaftlich attraktiv bleiben.

Die Zuger Kantonsregierung plant einen einheitlichen Gewinnsteuersatz von rund zwölf Prozent für alle Unternehmen im Kanton. Das sei der Mindestwert, der international noch akzeptiert werde, sagte der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler anlässlicher der Medienorientierung. Die Unternehmenssteuerreform III im Kanton Zug soll für die internationalen Konzerne deshalb nur moderate Folgen haben. 

Keine Privilegien mehr

Im Kanton Zug gibt es rund 1'800 internationale Konzerne. Diese haben bisher zwischen acht und elf Prozent Gewinnsteuer bezahlt. Deutlich weniger als Schweizer Firmen (Gewinnsteuersatz von 14,6 Prozent). Mit der Unternehmenssteuerreform III soll künftig für alle Firmen ein einheitlicher Steuersatz gelten.

"Der Regierungsrat steht klar hinter der Steuerreform und ist bereit, sie umzusetzen", so Tännler. Man wolle die Umsetzung so aufgleisen, dass dem Kanton Zug aus heutiger Sicht keine negativen Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort drohen. Es solle also ohne nennenswerte finanzielle Einbussen für Kanton und Gemeinden und ohne Umwälzung der möglichen Steuerausfälle auf den privaten Steuerzahler möglich werden.

Vorhandenen Spielraum nutzen

Im Gegenzug zum geplanten Einheitsgewinnsteuersatz sollen die betroffenen Konzerne unter anderem von einer steuerlichen Entlastung von Forschung und Entwicklung profitieren können. Mit den geplanten Massnahmen bleibe der Kanton Zug attraktiv und konkurrenzfähig, zeigt sich Landammann Tännler überzeugt. Die Umsetzung schaffe Rechtssicherheit bei gleichzeitig attraktiven Rahmenbedingungen für alle.

Noch basiert der Entscheid des Regierungsrats auf Schätzwerten und Hochrechnungen. Zudem wird das Schweizer Volk erst voraussichtlich im Februar 2017 über die USR III abstimmen. Die Zuger Kantonsregierungsrat wird nach eigenen Angaben anfangs 2017 nochmals über die Umsetzung beraten und die definitive Vorlage voraussichtlich im April 2017 in die Vernehmlassung schicken. Bis dahin seien auch die finanziellen Aussichten und die Ergebnisse des Sparpakets «Finanzen 2019» besser abschätzbar. Die Beratung im Zuger Kantonsparlament ist für 2018 vorgesehen. In Kraft treten wird neue Gesetz anfangs 2019.