Wie geht es mit der AHV weiter?

Rentenalter dürfte nochmals etwas steigen

Senioren (Symbolbild)

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  1. Wie geht es mit der AHV weiter?. Audio: Yanik Probst

Der Nationalrat hat in der Herbstsession entschieden, dass das Rentenalter auch für Frauen auf 65 Jahre angehoben werden soll. Sollte die AHV dennoch in finanzielle Schieflage geraten, würde das Rentenalter ausserdem für alle automatisch auf 67 Jahre angehoben. Aber reicht das, oder arbeiten wir bald sogar, bis wir 80 Jahre alt sind?

Die AHV muss saniert werden, sonst drohen ihr grosse finanzielle Probleme. Nicht zuletzt, weil wir immer älter werden. Das eidgenössische Parlament beschäftigt sich deshalb seit einiger Zeit mit einer Reform der Altersvorsorge. Zwar sind die Entscheide noch nicht fix, haben aber doch bereits für viel Gesprächsstoff gesorgt. Auch die Frage, wie lange wir in Zukunft arbeiten, stellt sich wieder.

Rentenalter 80 ist kein Thema

Auch in der Wirtschaft sind die AHV und das Rentenalter ein Thema. Beim schweizerischen Arbeitgeberverband sieht man dem Ganzen aber positiv entgegen. Die beschlossenen AHV-Reformen des Nationalrats seien ein richtiges und wichtiges Zeichen.

Martin Kaiser, Leiter Sozialpolitik beim schweizerischen Arbeitgeberverband glaubt nicht, dass das Rentenalter noch viel weiter steigen wird. «Bis 80 werden wir in absehbarer Zeit nicht arbeiten müssen», ist er überzeugt. Er geht davon aus, dass das Rentenalter in den nächsten zwanzig Jahren höchstens noch auf 66 Jahre ansteigen wird.

Dass es nicht weiter steige sei, eigentlich einleuchtend, so Kaiser. Denn in den nächsten Jahren erreicht die sogenannte Babyboomer-Generation das Rentenalter. Und so lange diese in Pension sind, braucht es mehr Geld aus der AHV. Früher oder später beruhige sich die Lage aber wieder, genau wie die finanzielle Situation für die AHV.

AHV-Beiträge erhöhen

Weniger gelassen sehen die Gewerkschaften der Erhöhung des Rentenalters entgegen. Philipp Zimmermann von der Gewerkschaft Unia sagt gegenüber Radio Pilatus, dass vor allem die mögliche automatische Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre inakzeptabel sei. Bereits heute sei es für Personen über 50 Jahre fast unmöglich, einen Job zu finden. Ausserdem würde es dann noch mehr Leute geben, die trotz Altererscheinungen noch weiterarbeiten müssten und sich so über die Zeit quälen. 

Die Unia möchte das AHV-Problem deshalb viel lieber mit höheren Beiträgen lösen. Da der Nationalrat bei der Altersreform auch den Umwandlungssatz bei der Pensionskasse gesenkt hat, sollen die AHV-Beiträge erhöht werden, um die Renten wieder auszugleichen und auch die AHV zu stärken.

Die Entscheide des Nationalrats sind noch nicht fix. Es müssen noch einige Differenzen mit dem Ständerat ausgemerzt werden. Ausserdem dürften wohl einige Teile der Reform noch vor dem Volk landen.