Neue Arbeitszeiterfassung: Für Unternehmen zahlte sie sich bislang nicht aus

Die neuen Regelungen hinken der Zeit noch immer hinterher

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  1. Die neue Arbeitszeiterfassung: Unternehmen sind noch nicht zufrieden. Audio: Yanik Probst

Die meisten kommen am Morgen ins Büro und stempeln zunächst einmal ein. Am Abend, wenn sie nach Hause gehen, wird wieder ausgestempelt. So das gängige Prozedere. Seit diesem Jahr gibt es bei der Arbeitszeiterfassung aber ein paar neue Regeln.

Neu gibt es eine vereinfachte Arbeitszeiterfassung und zum Teil kann die Erfassung gar ganz weggelassen werden. Gar keine Arbeitszeiterfassung braucht es, wenn jemand seine Arbeitszeit sehr frei einteilen kann, mehr als 120'000 Franken im Jahr verdient und schriftlich zustimmt auf die Arbeitszeiterfassung zu verzichten. Ausserdem braucht es einen Gesamtarbeitsvertrag.

Die vereinfachte Arbeitszeiterfassung kann in den meisten anderen Fällen angewandt werden. Dabei muss nur noch die Zeit aufgeschrieben werden, die gearbeitet wurde. Aber das klassische ein- und ausstempeln entfällt. Es wird nur noch die totale Tages- oder Wochenarbeitszeit erfasst. Anfangszeit und Schlusszeit spielen in diesem Sinne keine Rolle mehr.

Arbeitgeber mässig zufrieden

In Luzern haben sich gestern die Personalchefs diverser zentralschweizer Unternehmen getroffen um über diese neue Regelung zu sprechen. Das Fazit: Es bleibt ein bürokratischer Mehraufwand, so Felix Howald, Direktor der Industrie und Handelskammer Zentralschweiz. Deswegen würden die meisten Unternehmen auch nahe an der alten Regelung bleiben bei der Arbeitszeiterfassung.

Positiver tönt es bei der Gewerkschaft Syndicom. Giorgio Pardini von Syndicom sagt, dass damit vieles einfacher werde. Die Kritik der Unternehmen bezeichnet er als politisch motiviert. Diese würden lieber gar keine Zeiterfassung haben.

Die Arbeitgeber monieren hingegen viel mehr, dass das neue System immer noch der Zeit hinterher sei. Etwa durch Home-Office und die immer flexibleren Arbeitszeiten brauche es in den kommenden Jahren noch einen grossen Schritt beim Arbeitsgesetz. Dafür werde man sich auch einsetzen.