Im Kanton Zug wohnen immer mehr Leute

Bis 2040 sollen 148'000 Menschen im Kanton leben

Stadt Zug

Bis 2040 sollen im Kanton Zug 148'000 Menschen leben - dies sind Schätzungen des Bundesamt für Statistik BFS. Aufgrund dieser Zahlen hat der Kanton Zug seinen Richtplan angepasst.

Seit der Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (RPG) sind die Kantone verpflichtet, ihre Richtpläne innerhalb von fünf Jahren den neuen Anforderungen anzugleichen. Die Einwohnerzahl im Kanton Zug steigt seit Jahren stetig. Damit der Kanton dieses Wachstum bewältigen kann, braucht es Anpassungen. Mehr Einwohner bedeutet mehr Wohnraum und mehr Verkehr. Und genau mit diesen Schwierigkeiten sieht sich auch der Kanton Zug konfrontiert. Der angepasste kantonale Richtplan wird nun öffentlich aufgelegt.

Die wichtigsten Inhalte der räumlichen Entwicklungsstrategie

Zuger Position: Der Kanton Zug versteht sich als Scharnier zwischen der Metropole Zürich, der Zentralschweiz und dem aargauischen Freiamt. Es soll ein langsames, mässiges Wachstum anstreben. Dieses Wachstum soll sich aber grossmehrheitlich auf die bestehenden Siedlungsgebiete konzentrieren. Das bedeutet, es werden vorläufig keine neuen Bauzonen geschaffen. Der Kanton Zug will zudem Spielräume für innovative gesellschaftliche, wirtschaftliche, verkehrstechnische und städtebauliche Entwicklungen schaffen.

Räumliche Gliederung: Der Kanton Zug ist neu in vier Landschaften eingeteilt: Stadt-, Zwischen-, Kultur- und Naturlandschaften. Zukünftig soll 85 Prozent des Wachstums in den urban geprägten Stadtlandschaften statt finden.

Neue Bevölkerungs- und Beschäftigtenzahlen: Die heute im Richtplan festgesetzten Bevölkerungszahlen (135'000 Personen im Jahr 2030) sind aufgrund der neusten Bevölkerungsprognosen des Bundesamts für Statistik (BFS) und des anhaltenden Wachstums aus heutiger Sicht unrealistisch. Neu sieht der Richtplan für 2040 rund 148'500 Einwohnerinnen und Einwohner vor. Der Kanton rechnet zudem mit 130'000 Beschäftigen im Jahr 2040.

Ziele zur Siedlung: Die Siedlung dehnt sich auch langfristig nicht weiter aus. Dafür soll das verdichtete Bauen vorangetrieben werden. Neue Bauten und Anlagen sollen sich zudem harmonisch in die Landschaft einfügen.

Ziele zum Verkehr: Der Kanton möchte die Problematik Verkehr proaktiv angehen. So soll vor allem die Verkehrssituation in den Spitzenzeiten angegangen werden. Ziel ist es, eine breitere Spitze zu haben, nicht mehr, dass alle zur gleichen Zeit auf den Strassen und Schienen im Kanton unterwegs sind. Ebenfalls prüft der Kanton neue Projekte wie zum Beispiel Mobiliy Pricing. Dieses hat zum Ziel, Verkehrsspitzen zu brechen und eine gleichmässigere Auslastung der Verkehrsinfrastrukturen zu erreichen. Es ist ein verkehrsträgerübergreifendes Konzept, das Strasse und Schiene umfasst. Wer die Strassen und Schienen des Kantons benutzt, soll dafür bezahlen.

Die Bevölkerung ist jetzt eingeladen, sich zum Entwurf der Baudirektion zu äussern. Der angepasste Richtplan liegt bis am 28. Februar 2017 beim Kanton öffentlich auf.

Audiofiles

  1. Kanton Zug überarbeitet seinen Richtplan. Audio: Philipp Breit