Berlin: Suche nach Täter geht weiter

Verdächtiger wurde wieder freigelassen

LKW rast wohl absichtlich in Menschenmenge.

Am Montagabend ist an einem Weihnachtsmarkt in Berlin ein Lastwagen in die Menschenmenge  gerast. Dabei sind mindestens 12 Menschen getötet und rund 50 zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Die Terrorgruppe Islamischer Staat IS hat sich zum Anschlag bekannt. Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Täter und möglichen Komplizen. 

Der Anschlag ereignete sich am Montagabend um ca. 20:00 Uhr. Ein bisher unbekannter Mann lenkte einen gestohlenen polnischen Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Mindestens 11 Menschen kamen dabei ums Leben. Rund 50 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der eigentliche Fahrer des Lastwagens, ein Pole, wurde zudem wohl vom Täter getötet. Die Polizei fand seine Leiche auf dem Beifahrersitz des LKW. 

Kurz nach der Tat hatte die Berliner Polizei einen Verdächtigen verhaftet. Der Verdacht gegen den 23-jährigen Pakistaner hat sich jedoch nicht erhärtet. Die Berliner Polizei teilte am Dienstagabend mit, dass sie den Mann wieder freigelassen habe. Die Suche nach dem Täter und möglichen Komplizen laufe auf Hochturen. Da der Täter wahrscheinlich noch immer bewaffnet sei mahnten die Behörden die Bevölkerung zur Vorsicht.

IS bekennt sich zum Anschlag

Am Dienstagabend hat die Terrorgruppe Islamischer Staat IS gemeldet, dass sie für den Anschlag in Berlin verantwortlich sei. Beim Täter handle es sich um einen «Soldaten des Islamischen Staats», so der IS.

Meldung wird fortlaufend ergänzt.

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Grosse Anteilnahme

Am Dienstagnachmittag besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Tatort am Breitscheidplatz. Gemeinsam mit Berlins Bürgermeister Michael Müller, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier legte sie dort weisse Rosen nieder.

Nach einer Schweigeminute liessen sich die Spitzenpolitiker den Tatort zeigen und über das Geschehen informieren. In der Berliner Gedächtniskirche trug sich Merkel in ein Kondolenzbuch ein.

Auch der schweizerische Bundesrat verurteilte den Anschlag in Berlin scharf. Bundesrätin Simonneta Sommaruga sagte vor den Medien in Bern, sie sei entsetzt und traurig. Die Gedanken seien nun bei den Angehörigen der Opfer. 

Erste Verletzte konnten Spital verlassen

Nach dem Anschlag sind laut Behördenangaben 49 Verletzte in Spitäler gebracht worden. Davon seien 25 Patienten weiter in stationärer Behandlung. Gemäss einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit befanden sich am frühen Dienstagabend noch 25 Patienten in stationärer Behandlung, 14 von ihnen seien schwer verletzt. Die anderen Patienten habe man aus den Kliniken entlassen können.

Audiofiles

  1. Berliner Polizei geht von Anschlag aus. Audio: Manuela Marra
  2. Nach Anschlag in Berlin: Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Audio: David von Moos
  3. Ermittlungen nach Anschlag in Berlin: Noch viele Fragen offen. Audio: David von Moos
  4. Sicherheitsvorkehrungen in Berlin massiv verschärft: Ein Restrisiko bleibt trotzdem. Audio: David von Moos