Chinesischer Staatsbesuch: Schweiz hat kaum heikle Themen angesprochen

Xi Jinping bekam demonstrierende Exil-Tibeter nicht zu sehen

Am Montagmittag ging der offizielle Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu Ende. Xi reist danach weiter an das Weltwirtschaftsforum WEF in Davos. Zuvor standen die offiziellen Gespräche auf dem Programm. Heikle Gesprächsthemen wurden dabei zurückhaltend angesprochen.

Im Gespräch mit Bundespräsidentin Doris Leuthard seien vor allem wirtschaftliche Themen im Vordergrund gewesen, berichtet Radio Pilatus Bundeshauskorrespondent Matthias Strasser. Die Schweiz wolle die Zusammenarbeit im Rahmen des Freihandelsabkommens mit China weiter vertiefen. Auch der kulturelle Austausch soll gefördert werden. Zu diesem Zweck will China in der Schweiz ein chinesisches Kulturzentrum eröffnen. 

Nicht die Finger verbrennen

Auch kritische Gesprächsthemen seien laut offizieller Erklärung der Schweiz und China ein Thema gewesen. Dabei ging es hauptsächlich um die Frage der Menschenrechte in China. Weil in der Schweiz viele Exil-Tibeter leben, wird immer wieder gefordert, dass sich die Schweiz in dieser Frage klarer ausdrückt. Dieses heikle Thema wurde aber nur am Rande der Gespräche diskutiert, erklärte Bundespräsidentin Doris Leuthard nach dem Treffen. Die offiziellen Gspräche dauerten nur gut eineinhalb Stunden.

Der letzte chinesische Staatsbesuch 1999 endete im Eklat. Der chinesische Präsident wollte damals abreisen, weil Tibeter auf dem Bundesplatz demonstriert haben und die Schweiz die Menschenrechte immer wieder thematisiert hatte. Von diesen diplomatischen Verstimmungen war nicht mehr viel zu spüren. Xi Jinping erklärte, er sei warmherzig und freundlich empfangen worden. Dies wohl auch weil die Berner Kantonspolizei darauf bedacht gewesen ist, dass der chinesische Präsident die demonstrierenden Exil-Tibeter nicht zu sehen bekommt.

Audiofiles

  1. Staatsbesuch von China: Schweiz will sich nicht die Finger verbrennen. Audio: Matthias Strasser