Fasnacht: Luzern will keine Massenpanik

Platzprobleme kommen vor, sollen aber entschärft werden

Guuggerklänge unter der Egg in Luzern und auch auf Radio Confetti Blick Richtung unter der Egg in der Stadt Luzern.

Die Luzerner Fasnacht ist eine Tradition, die lebt, begeistert und Jahr für Jahr die Massen anzieht. Die vielen Guuggenmusigen, Fasnächtler und Zuschauer können aber zu einem Problem für die Sicherheit werden.

Eng werden die Platzverhältnisse meistens immer an den gleichen Orten, wie die Erfahrung zeigt: Unter der Egg, auf dem Kornmarkt vor dem alten Rathaus, auf dem Weinmarkt, dem Mühleplatz und den Gassen dazwischen. 

Auch wenn das Gedränge bisweilen zur Fasnacht gehöre, könne das Platzproblem schnell zu einem Sicherheitsproblem werden, wie Stefan Geisseler, stellvertretender Leiter der Dienststelle Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern gegenüber Radio Pilatus erklärte: "Viele Leute auf engem Raum mit nur wenig Fluchtwegen – das ist ein Problem." Vor allem wenn die Fluchtwege verstopft seien oder über andere überfüllte Plätze und Gassen führten, präzisiert Geisseler.

Massenpanik verhindern

Die Stadt Luzern hat das Problem erkannt. Ein Sicherheitsbericht aus dem vergangenen Jahr zeigte offensichtliche Mängel auf (Radio Pilatus berichtete). Crowd Managment heisst das Projekt, mit welchem die Stadt Luzern Grossanlässe auf deren Sicherheit hin untersucht. An der Fasnacht wurde im Speziellen in der Altstadt und Unter der Egg die Situation analysiert. Fazit: Die Fluchtwege müssten besser signalisiert und freigehalten werden. Auch mehr Sanitätsposten sollen dieses Jahr aufgestellt werden. Zur Debatte stand auch, die Reusssteg-Brücke zwischen dem Rathaus und dem Stadttheater für Fussgänger in nur einer Richtung freizugeben. 

Konkret verlangt die Stadtregierung ein Sanitätskonzept, um die Abdeckung mit Sanitätsposten zu verbessern und die Rettungswege zu verkürzen. Daneben sollen Fluchtwege besser signalisiert werden. Schliesslich will sie auch den Bereich Unter der Egg am Reussufer vom Gedränge entlasten und die Fluchtwegsituation verbessern. Für die Umsetzung schlägt die Stadtregierung etwa die bessere Anordnung von Infrastrukturen vor. Die Stadt will die Massnahmen mit Vertretern der Sicherheits- und Rettungskräfte sowie von Fasnachtsorganisationen umsetzen.

Fasnachtsorganisationen stehen hinter den Massnahmen

Beim Luzerner Fasnachtskomitee LFK und den Vereinigten Guuggenmusigen kommen die Massnahmen gut an. "Sicher an die Fasnacht und zurück nach Hause – schliesslich geht es um die Sicherheit von uns allen", sagt beispielsweise LFK-Präsident Patrick Hauser. Gerade weil man die Fasnacht schlecht regulieren könne, müssten alle mitdenken und mithelfen, kritische Situationen zu entschärfen, so Linus Jäck von den Vereinigten Guuggenmusigen.

Zäune, Absperrgitter oder Zulassungsbeschränkungen für auswärtige Besucher etwa seien nie ernsthaft in Frage gekommen. Schliesslich soll die Fasnacht in der Luzerner Altstadt und im Speziellen unter der Egg so bleiben, wie sie ist: offen für alle, kreativ und farbig.

Audiofiles

  1. Fasnacht, aber sicher: Luzern will keine Massenpanik. Audio: David von Moos
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