Billag verliert Auftrag: Die Gebühren bleiben aber

Die Serafe AG übernimmt den Inkassoauftrag der Radio- und Fernsehgebühren

Die Billag wird in Zukunft nicht mehr die Radio- und Fernsehgebühren eintreiben.

Die Billag wird in Zukunft nicht mehr die Radio- und Fernsehgebühren eintreiben. Der Auftrag für das Eintreiben der Gebühren wurde im vergangenen Jahr neu ausgeschrieben. Den Zuschlag hat nun die Firma Serafe AG erhalten, schreibt das Bundesamt für Kommunikation in einer Mitteilung.   

Die Serafe AG wurde extra dafür gegründet, damit sie sich für diesen Aufrag bewerben kann. Sie ist eine Tochtergesellschaft einer Zürcher Firma, welche für verschiedene Krankenkassen die Inkassoaufträge erledigt. Grund für den Wechsel ist laut dem Bundesamt für Kommunikation, dass die Billag im Bewerbungsverfahren nicht gut abgeschnitten hat und den Auftrag daher verloren hat. Die Serafe AG übernimmt ab Januar 2019. Die Höhe der Gebühren für die Radio- und Fernsehgebühren werden sich mit dem Wechsel nicht gross ändern und müssen weiterhin von allen Haushalten bezahlt werden. Etwas günstiger dürfte es dennoch werden. Immerhin bot die Serafe AG das beste Preis-Leistungsverhältnis. Der Bundesrat wird die Höhe der Abgabe rechtzeit vor Inkrafttreten des neuen Systems festlegen.

Der Billag droht die Schliessung

Die Zukunft der über 200 Billag Mitarbeitenden ist offen. Die Serafe AG hat bekannt gegeben, dass sie die bisherigen Billag-Mitarbeitenden nicht übernehmen könne. Laut Serafe Verwaltungsratspräsident Werner Krauer sei eine Übernahme ziemlich chancenlos. Bei der Bewerbung habe man ein detailliertes Mitarbeiterorganigramm abgeben müssen, bei dem die Namen und Lebensläufe der Mitarbeitenden verlangt wurde. Daher sei es wohl unumgänglich, dass bei der Billag Arbeitsplätze verloren gehen werden. Die Billag zeigte sich enttäuscht über den Entscheid. Möglicherweise müsse man die Firma schliessen, sagte ein Sprecher.