Kanton Zug: Rechnung besser als erwartet

Trotzdem bleibt ein Minus von 92 Millionen Franken

Der Kanton Zug ist zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Die Rechnung 2016 fällt um fast 80 Millionen Franken besser aus als erwartet. Trotzdem blieb dem Kanton Zug ein Minus von 92 Millionen Franken. 

Im Kanton Zug zeigen die ergriffenen Sparmassnahmen Wirkung. Die Rechnung des vergangenen Jahres fällt mit einem Minus von 92 Millionen Franken besser aus als erwartet. Budgetiert war ein Minus von 170 Millionen. Dass die Zahlen nun doch nicht ganz so dunkelrot ausgefallen sind, liege unter anderem am ersten Paket des Entlastungsprogramms 2015-2018 und an einer guten Kostendisziplin. Ausserdem seien die Steuererträge unerwartet hoch ausgefallen, sagte der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. So hätten natürliche und juristische Personen zusammen gut 40 Millionen Franken mehr abgeliefert als budgetiert. Gründe dafür seien das anhaltende Bevölkerungswachstum, die gute Wirtschaftsentwicklung und einmalige Sondereffekte. Auch der Anteil an der direkten Bundessteuer fiel um 13,9 Millionen Franken höher aus als erwartet.

Gute Kostendisziplin, Investitionen jedoch weiterhin auf hohem Niveau

Zusätzlich zu der vom Kantonsparlament beschlossenen pauschalen Reduktion des Aufwands um 5 Millionen Franken blieb der Gesamtaufwand durch eine gute Disziplin um 15,8 Millionen Franken unter dem Budget, so die Zuger Finanzdirektion. Auch die Personalkosten fielen leicht tiefer aus als budgetiert, obwohl zusätzliches Personal angestellt werden musste wegen der ausserordentlichen Entwicklung im Asyl- und Flüchtlingswesen. Obwohl alle Investitionen im Kanton Zug Zug auf ihre Notwendigkeit und Dringlichkeit überprüft worden sind, fallen sie mit netto 96 Millionen Franken immer noch sehr hoch aus. Verantwortlich dafür sind gemäss der Zuger Finanzdirektion vor allem langfristige Projekte im Strassenbau und bauliche Vorhaben wie zum Beispiel bei der Kantonsschule Menzingen oder dem Amt für Verbraucherschutz in Steinhausen. 

Weitere Sparmassnahmen und eine Steuererhöhung sind geplant

Mit einem Defizit von über 90 Millionen Franken ist der Kanton Zug noch ein grosses Stück von einem ausgeglichenen Budget entfernt. Weitere Sparbemühungen und eine nachhaltige Steuererhöhung seien daher unumgänglich, so die Finanzdirektion. Der Regierungsrat hat dem Kantonsparlament bereits ein neues "Sparpaket 2018" vorgelegt, mit dem der Haushalt ab dem kommenden Jahr um rund 13 Millionen Franken entlastet werden soll. Daneben sind verschiedene andere Projekte in Arbeit. Ein konkreter Umsetzungsvorschlag für eine Steuererhöhung soll im Rahmen des Projekts Finanzen 2019 erarbeitet werden. Die Umsetzung brauche jedoch Zeit. Die Steuern dürften wohl kaum vor dem Jahr 2020 erhöht werden.

Audiofiles

  1. Der Kanton Zug schliesst die Rechnung 2016 gut ab, muss aber weiter sparen. Audio: Fabian Kreienbühl