Zug will Flüchtlinge beruflich besser integrieren

Die Kantonsregierung hat dazu die Stossrichtung vorgegeben

Berufliche Integration von Flüchtlingen: Adem Yakob aus Eritrea bei der Arbeit auf dem Enikerhof der Familie Rüttimann in Cham Berufliche Integration von Flüchtlingen: Antonio Tesfaghabir (rechts) aus Eritrea startete im Sommer 2015 die Ausbildung zum Lackierassistent EBA bei der Firma Beulenschmid AG in Baar.

Mehr Integration und weniger Sozialhilfe – der Kanton Zug verstärkt die Bemühungen rund um die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen. Dabei setzt die Kantonsregierung auf massgeschneiderte Lösungen, damit am Schluss alle profitieren.

Klare Vorgaben, eine vernetzte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Gewerbe, Wirtschaft und Partnerorganisationen und gewaltige Anstrengungen seitens der Beteiligten – das braucht es laut der Zuger Kantonsregierung für die langfristige berufliche Integration von Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich.

Die Direktion des Innern und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug stellten am Freitagvormittag ihre Pläne für die bessere berufliche Integration von Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich vor.

Eine Investition in die Zukunft

Rund die Hälfte der im Kanton Zug wohnhaften Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen sind unter 25 Jahre alt. «Sie sind motiviert und lernwillig, haben ihre Zukunft noch vor sich. Dies müssen wir gezielt nutzen», so die Zuger Regierungspräsidentin Manuela Weichelt.

Im Kanton Zug seien die Erwerbsquoten von Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich im interkantonalen Vergleich zwar relativ hoch, so die Regierung. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene immer noch häufig von der Sozialhilfe abhängig seien. Es brauche deshalb noch mehr Anstrengungen von Kanton, Wirtschaft und Institutionen, um Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene möglichst schnell und dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Massgeschneiderte Betreuung

Dabei setzt die Zuger Kantonsregierung auf individuelle Lösungen. Unmittelbar nach der Ankunft der Flüchtlinge im Kanton Zug überprüfe man, was diese an Fähigkeiten und Wissen mitbringen.

Erst wenn dies klar sei, würden die Integrationsmassnahmen definiert. «So wird sichergestellt, dass die vorhandenen personellen und finanziellen Mittel effizient und zielgerichtet zum Einsatz kommen», so Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel. Jeder Flüchtling, der nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig sei, entlaste die Gesellschaft.

Deutsch ist unerlässlich

Wert legt die Regierung auch auf die Vermittlung von Deutschkenntnissen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Nebst der Aus- und Weiterbildung der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen will der Kanton auch die Bedürfnisse von Wirtschaft und Gewerbe im Auge behalten. Es brauche Personal, das genügend gut Deutsch könne und über berufsrelevante Qualifikationen verfüge.

Ziel sei es, dass beispielsweise nach einem Praktikum eine Berufslehre absolviert werden könne. Deshalb will der Kanton Zug die Kontakte mit Wirtschaft und Gewerbe in Zukunft noch intensivieren.

Audiofiles

  1. Zug will Flüchtlinge beruflich besser integrieren. Audio: David von Moos