Freiwilligenarbeit: 700 Millionen Stunden jedes Jahr

Bundesrat und Parlamentspräsidenten würdigen Engagement

Freiwillige Helfer im Sport

Ob Sport, Hobby, Kirche oder Kultur: Rund ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer leistet Freiwilligenarbeit. Bundespräsidentin Doris Leuthard und die Präsidenten von National- und Ständerat trafen sich mit gut hundert Freiwilligen, um das Engagement zu würdigen.

Die politische Spitze der Schweiz hat am Samstag in Bern die Freiwilligenarbeit gewürdigt. Auf Einladung von Bundespräsidentin Doris Leuthard, Nationalratspräsident Jürg Stahl und Ständeratspräsident Ivo Bischofberger haben sich rund einhundert Vertreter der Freiwilligenarbeit zu einem Austausch getroffen. Wer sich in Vereinen, in der Politik oder in der Nachbarschaftshilfe unentgeltlich engagiere, verdiene Dank, Respekt und Anerkennung, so Bundespräsidentin Leuthard. In der Schweiz leistet die Bevölkerung jedes Jahr rund 700 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit.

Wichtig für die Gesellschaft

Vor allem der Sport profitiere stark vom freiwilligen Engagement, sagte SVP-Politiker Stahl, der auch Swiss Olympic präsidiert, gemäss Mitteilung. CVP-Vertreter Bischofberger gab sich überzeugt, dass zufriedener durchs Leben geht, wer sich gemeinnützig engagiert. CVP-Bundespräsidentin Leuthard wies darauf hin, dass der Staat zwar organisieren und Regeln erlassen könne - Zusammenhalt aber lasse sich nicht staatlich verordnen.

Wie viele Menschen sich tatsächlich ohne Bezahlung einsetzen, ist eine Frage der Definition. Den Zahlen des Freiwilligen-Monitors Schweiz zufolge könnten es bis zu 40 Prozent der Bevölkerung sein. Allerdings geht die Bereitschaft zur Freiwilligkeit zurück. Der Berner Professor Markus Freitag sieht die Gründe dafür unter anderem im Zeitgeist und in veränderten Rollen in der Familie.