„Die Rentenreform ist ein dringend nötiger Kompromiss!“

Bundesrat Alain Berset wirbt für eine neue Altersvorsorge

Pflege im Altersheim (Symbolbild)

Für Bundesrat Alain Berset ist die Reform der Altersvorsorge ein echter Kompromiss: Alle müssten etwas geben, aber alle bekämen auch etwas. Gleichzeitig warnt der Sozialminister vor einem Scheitern der Vorlage.

Die Reform der Altersvorsorge sei dringend nötig, erklärte Sozialminister Alain Berset am Dienstag vor den Medien in Bern. Sie stabilisiere die AHV und sichere das Rentenniveau. Die Vorlage sei ein Kompromiss, bei dem alle Seiten aufeinander zugehen müssten. 

Ungelöste Probleme

Bei einem Nein zur Rentenreform ändere sich die Rechtslage zwar nicht. Doch damit bleibe nicht einfach alles beim Alten, warnte Berset. Die Erträge der Pensionskassen wären weiterhin tief, die "illegale Umverteilung" von der aktiven Generation zu den Rentnern gehe weiter. Das Defizit der AHV wachse, und auch die Arbeitswelt entwickle sich weiter.

Bis eine neue Vorlage abstimmungsreif wäre, würden laut Berset wiederum Jahre vergehen. Mit dieser Reform müssten zudem noch viel grössere Herausforderungen bewältigt werden, weil sich die Situation der Sozialversicherungen bis dann markant verschlechtert haben dürfte. Der vorliegende Kompromiss hingegen würde es laut Berset erlauben, künftig auch über grundsätzliche Fragen wie die Erhöhung des Rentenalters zu diskutieren.

Kritisierte Vorlage

Die Rentenreform sieht unter anderem eine Senkung der Pensionskassen-Renten und die Erhöhung des Rentenalters der Frauen auf 65 vor. Dafür sollen die AHV-Neurenten um 70 Franken pro Monat erhöht werden. Die Gegner der Vorlage kritisieren vor allem die Erhöhung der AHV-Renten. Die Abstimmung ist am 24. September.

Audiofiles

  1. Bundesrat Alain Berset wirbt für seine Altersreform. Audio: Matthias Strasser