Schweizer Forstwirtschaft im Tief

Die Nachfrage nach Schweizer Holz ist so klein wie seit 20 Jahren nicht mehr

Eine Buche wird gefällt: Geht es nach den Vorstellungen der Forstwirtschaft, soll ihr Holz vermehrt zum Bauen eingesetzt werden Schweizer Holz Schweizer Holz vor dem Bundeshaus in Bern: Holz kann viel zur zukünftigen Energieversorgung beitragen

Das Geschäft mit Holz lohnt sich in der Schweiz kaum mehr. Über die Hälfte der Forst-Betriebe haben im vergangenen Jahr einen Verlust gemacht. Das zeigen Zahlen des Bundes. Darunter leidet nicht nur die Wirtschaft.

In den Schweizer Wäldern bleibt immer mehr Holz ungenutzt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa viereinhalb Millionen Kubikmeter Holz geschlagen. Das ist so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr, wie das Bundesamt für Statistik mitteilte.

Das bleibe für die Natur nicht ohne Folgen, warnt Wald Schweiz, der Verband der Schweizerischen Waldeigentümer. Wegen der geringeren Nachfrage würden weniger Bäume gefällt. Dadurch werde der Wald älter und anfälliger für Schäden durch Borkenkäfer, Stürme und Lawinen. Diese Entwicklung bedrohe die Schutzwälder und letztlich auch die Menschen, die zum Beispiel an Hanglagen leben, so Markus Brunner, Direktor von Wald Schweiz, des Verbands Schweizerischer Waldeigentümer, auf Anfrage von Radio Pilatus.

Wertschöpfung steht auf dem Spiel

Unter der sinkenden Nutzung von Schweizer Holz leidet aber nicht nur die Natur, sondern auch die Wirtschaft. Die Zahlen des Bundes zeigen auch: Die Nachfrage nach Schweizer Holz ist so klein wie seit 20 Jahren nicht mehr. Über die Hälfte der Forst-Betriebe in der Schweiz hat im vergangenen Jahr einen Verlust gemacht.

Manche Waldeigentümer würden darunter leiden, weil ihnen dadurch wichtige Einnahmen für die aus umwelttechnischen Gründen wichtige Waldpflege entgiengen, betonte Markus Brunner. Auch viel Wertschöpfung stehe auf dem Spiel. In der Schweizer Holzwirtschaft gebe schlussendlich rund 100'000 Arbeitsplätze. Man wünsche sich deshalb, dass beispielsweise bei Holzbauprojekten wieder vermehrt aus den nachwachsenden Rohstoff aus der Schweiz berücksichtig wird.