Bahnhof Luzern: Alter Posttunnel soll als Veloparking dienen

Stadtregierung will leerstehenden Durchgang umnutzen

Sie sind für die Umnutzung des alten Posttunnels verantwortlich: Stadtrat Adrian Borgula mit Pierre-Alain Massard, Leiter Bahnhöfe und Dienstleister SBB Immobilien, und Daniel Imgrüth, Projektleiter SBB Immobilien (v.l.n.r.) Der alte Posttunnel unter den Perrons und Geleisen des Bahnhofs Luzern Der alte Posttunnel unter den Perrons und Geleisen des Bahnhofs Luzern: Hinter der gelben Holzwand ist derjenige Teil, der schon öffentlich zugänglich ist und zur Velostation hinaufführt Durchbruch zum alten Posttunnel: Die Glaskacheln werden entfernt und bilden einen Zugang zum dahinterliegenden Posttunnel Im heute schon zugänglichen Teil des alten Posttunnels gilt ein Fahrverbot Derjenige Teil des alten Posttunnels, der schon öffentlich zugänglich ist und zur Velostation hinaufführt Aufgang zur Velostation: Im heute schon zugänglichen Teil des alten Posttunnels muss das Velo geschoben werden Velostation hinter der Universität beim Bahnhof Luzern Die Wendeltreppe zur Unterführung Zentralstrasse wird in einem zweiten Ausbauschritt abgebrochen und durch eine breitere Treppe mit Schieberampe und velotauglichem Lift ersetzt Durch die Umnutzung des alten Posttunnels zum Veloparking werden die Abstellplätze rund um den Bahnhof entlastet

Im Bahnhof Luzern soll der von der Post nicht mehr benutzte Tunnel von den Velofahrern als Veloparking und Veloweg genutzt werden können. Würde dereinst ein Tiefbahnhof gebaut, müsste die Anlage aber wieder geschlossen werden.

Die Luzerner Stadtregierung will den alten Posttunnel unter dem Bahnhof Luzern als Veloparking und unterirdische Querverbindung zwischen beiden Seiten des Bahnhofs nutzen. Wie die Stadtregierung am Donnerstagvormittag mitgeteilt hat, sollen im Posttunnel ab 2018 bis zu 1’000 Abstellplätze für Velos entstehen. Vorgesehen ist eine etappenweise Umnutzung.

Ausbau in zwei Schritten

Provisorisch soll der Zugang zum Tunnel über eine Veloschieberille beim Zugang zur Personenunterführung in der Zentralstrasse realisiert werden und der Tunnel mit doppelstöckigen Veloständern für rund 450 Velos ausgestattet werden.

Später soll der Zugang über die Zentralstrasse verbessert und die Anzahl Veloabstellplätze auf rund 1'000 erhöht werden. Die heutige Wendeltreppe mit Lift würde abgebrochen und eine breitere Treppe mit velotauglichem Lift errichtet. Auf eine fahrbare Rampe würde aus Kostengründen aber verzichtet, so Verkehrsdirektor Adrian Borgula weiter.

Sicherheit geht vor

Im ersten Abschnitt der Unterführung unter der Zentralstrasse, den die Velos gemeinsam mit den Fussgängern benutzen, müssten die Fahrräder aus Sicherheitsgründen geschoben werden. Im angrenzenden Posttunnel sollen die Velos dann aber zwischen den künftigen Veloabstellplätzen fahren dürfen.

Dadurch sollen Velofahrer eine sichere und direkte Verbindung von der Neustadt Richtung Inseli erhalten. Dank dem Tunnel könnte der Bahnhofplatz, der als gefährlichste Stelle des Luzerner Strassennetzes gilt, umfahren werden.

Vorübergehende Lösung

Der sechs Meter breite Posttunnel verläuft auf einer Länge von 160 Metern parallel zur Personenunterführung, die von der Zentralstrasse und der Universität her die Perrons erschliesst. Seit 2007 wird er von der Post nicht mehr benutzt. Rund 60 Meter werden seit 2013 als Zugang zur Velostation bei der Universität benutzt.

Allerdings kommen sich die Projekte Posttunnel und Tiefbahnhof in die Quere. Falls mit den Arbeiten zum Bahnhofsausbau begonnen wird, müsste der Velotunnel frühestens 2035 wieder geschlossen werden. Trotzdem lohne sich die Umnutzung des Posttunnels, betonte Adrian Borgula gegenüber Radio Pilatus. Rund um den Bahnhof habe es schon heute viel zu wenige Veloabstellplätze.

Die Stadtregierung hat beim Parlament einen Projektierungskredit von 410'000.- Franken beantragt. Der Kredit für die Bauarbeiten, deren Kosten heute auf 2,2 Millionen Franken geschätzt werden, dürfte in drei Jahren vorliegen.

Audiofiles

  1. Bahnhof Luzern: Alter Posttunnel soll als Veloparking dienen. Audio: David von Moos