Tourismus: Asiaten in der Zentralschweiz

Einheimische nerven sich über grosse Reisegruppen

Der Souvenirshop auf der Kapellbrücke.

Carparkplätze, öffentliche Toiletten und Selfies auf der Strasse – Im Zusammenhang mit dem Massentourismus muss sich die Region Zentralschweiz Herausforderungen stellen.

In der Stadt Luzern sowie in der ganzen Zentralschweiz wächst der Tourismus. Zwar kamen im vergangenen Jahr weniger Gäste aus Asien (Radio Pilatus berichtete). Dennoch konnte Luzern Tourismus von den Übernachtungszahlen her nach dem Rekordjahr 2015 das zweitbeste Jahr der Geschichte verzeichnen. 

Chinesen überfallen Badi

Durch die wachsende Gästeschar kommen auf den Tourismus aber neue Herausforderungen zu. Zunehmend mehr Touristen aus Asien bereisen die Region Luzern – die meisten davon Chinesen, die in der Regel in grossen Gruppen mit dem Car anreisen. Die Auswirkungen des Gruppengeschäfts mit den Gästescharen aus China hat nun auch die Stadt Zug zu spüren bekommen.

Im unterhalb des Casinos gelegenen Seebad Seeliken sind chinesische Touristen negativ aufgefallen. Von den vielen Touristen sei man regelrecht «überrannt» worden, so Badmeisterin Tina Simeon. Diese hätten das Bad wohl nicht zuletzt wegen der öffentlichen Toiletten besucht. Darüber hinaus sei in der ganzen Badi wie wild drauf los fotografiert worden, was nicht nur wegen dem grundsätzlichen Fotografierverbot in Badeanstalten ein Problem sei. Die Badegäste hätten sich dadurch in ihrer Privatsphäre gestört gefühlt.

Kritischere Wahrnehmung

Auch wenn es wie in der Stadt Zug und auch in der Stadt Luzern einzelne Hotspots gebe – Massentourismus in der Zentralschweiz kein flächendeckendes Problem, sagte Tourismusexperte Fabian Weber von der Hochschule Luzern gegenüber Radio Pilatus.

Allenfalls müsse man die Touristenströme besser kontrollieren, etwa durch Absprachen mit den Reiseleitern oder Vorschriften. So oder so sei es wichtig, dass der Tourismus nicht nur auf die Ansprüche der Gäste eingehe, sondern auch die Sorgen und Anliegen der Einheimischen ernst nehme. 

Audiofiles

  1. Tourismus: Einheimische nerven sich über grosse Reisegruppen aus Asien. Audio: David von Moos