Luzerner Regierung gegen Fremdspracheninitiative

Bei einem "Ja" würde Englisch in die Oberstufe verbannt

Reto Wyss, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern, in der Schule Hildisrieden

Die Luzerner Kantonsregierung empfiehlt, die Fremdsprachen-Initiative abzulehnen. Bei einem Ja will sie am Französisch in der Primarschule festhalten. Dafür soll dann Englisch erst in der Oberstufe unterrichtet werden.

Am 24. September 2017 stimmen die Luzernerinnen und Luzerner über die kantonale Volksinitiative ab, welche die zweite Fremdsprache an der Primarschule abschaffen will. Nun hat die Kantonsregierung am Dienstag das Abstimmungsbüchlein vorgestellt und sich nochmals für ein Nein zur Vorlage stark gemacht. Die Regierung erklärte nochmals, dass sie am heutigen Modell festhalten wolle und die Initiative ohne Gegenvorschlag ablehne.

Gegen "Sprachinsel"

Kantonsparlament und Regierung haben sich bereits zuvor klar gegen die Initiative ausgesprochen, die nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe verlangt. Für Reto Wyss ist klar: «Luzern soll keine Sprachinsel werden». Luzern wäre der bislang einzige Kanton, der vom bisherigen 3/5-Modell – eine Fremdsprache in der dritten, die andere in der fünften Klasse – abweichen würde. Ähnliche Initiativen wie in Luzern sind in den Kantonen Thurgau, Zürich und Nidwalden bereits gescheitert.

Ausserdem würde die Umsetzung der Initiative bis zu neun Millionen Franken kosten. Dies, weil neue Lehrmittel entwickelt und produziert, zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer weitergebildet und für einzelne Fächer neue Lehrpläne ausgearbeitet werden müssten. 

Sollte es dennoch ein Ja geben, will die Regierung am Französisch in der Primarschule festhalten. Dafür soll dann Englisch erst in der Oberstufe unterrichtet werden. Dies «aus Gründen des nationalen Zusammenhalts», wie es im Abstimmungsbüchlein, das in den nächsten Tagen an die Haushalte verschickt wird, steht.