Zentrumlasten: Stadt Luzern legt vor allem bei der Kultur drauf

Stadtregierung fordert bei Abgeltung mehr Fairness

KKL Luzern

Eine neue Studie zeigt: Schweizer Städte leiden weiter unter zu wenig abgegoltenen Zentrumslasten. Die Stadt Luzern legt vor allem bei der Kultur drauf. Insgesamt bleibt Luzern jedes Jahr auf Rechnungen im Wert von rund 25 Millionen Franken sitzen.

«Die Städte stehen vor grossen finanziellen Herausforderungen: steigende Lasten und erodierende Erträge zeichnen sich ab», schrieb die Stadt Luzern am Montag in einer Medienmitteilung. Gemäss einer neuen Studie der Konferenz der städtischen Finanzdirektoren (KSFD) bezahlt die Stadt Luzern jedes Jahr 39,9 Millionen Franken für Leistungen, die Auswärtige konsumieren.

Zentrumslasten vor allem im Bereich Kultur

Die grössten Kosten fallen bei der Kultur mit 17,5 Millionen Franken an. Die Zentrumslasten für den Privatverkehr belaufen sich auf 13,2 Millionen Franken. In den Bereichen Sport und Freizeit betragen die Zentrumslasten insgesamt 7,9 Millionen Franken.

Werden die Standortvorteile der Stadt in der Höhe von 3,2 Millionen Franken, der Zentrumsnutzen von 8,3 Millionen Franken und pauschale Abgeltungen von 3,2 Millionen Franken abgezogen, verbleiben ungedeckte Nettozentrumslasten von 25,2 Millionen Franken. Auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner entfallen so rund 310 Franken pro Jahr für Leistungen, die Auswärtige in der Stadt Luzern konsumieren.

Stadt fordert faire Kostenbeteiligung

Die Nettozentrumslasten machten rund 4,5 Prozent der Gesamtausgaben der Stadt aus, teilte diese am Montag mit. Auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner entfielen im Durchschnitt Nettokosten von rund 310 Franken pro Jahr für Leistungen zugunsten Auswärtiger.

Nutzniesser der Zentrumslasten von 39,9 Millionen Franken sind die Agglomerationen mit netto 8,0 Millionen Franken. 6,9 Millionen Franken entfallen auf den Rest des Kantons. Für die Kantone Obwalden, Nidwalden und Zug wurden 2,9 Millionen Franken errechnet, 10,7 Millionen auf den Rest der Schweiz inklusive Tourismus.

Die Stadt schreibt, sie nehme ihre Rolle als Zentrum gerne wahr. Sie wolle sich aber auch für eine faire Abgeltung der Zentrumslasten einsetzen. Die Diskussion um die Zentrumslasten sei nicht neu, aber wichtiger denn je, so die Stadt Luzern in ihrer Mitteilung weiter.

Dreimal weniger als in Genf

An der Studie der KSFD haben insgesamt neun Städte teilgenommen. Die Nettozentrumslasten liegen bei mittelgrossen Städten – zu denen auch Luzern zählt - bei 300 bis 400 Franken pro Kopf, in Lausanne und Bern bei gut 600 und in Genf bei über 1'000 Franken pro Kopf. Einige Städte wie Bern, Biel, St. Gallen, Lausanne und Luzern erhalten pauschale Abgeltungen im jeweiligen kantonalen Finanz- und Lastenausgleich in sehr unterschiedlicher Höhe.

Die grossen Unterschiede bei den Zentrumslasten erklären sich unter anderem mit der Grösse und dem Zentrumscharakter der Städte, der in den Kantonen unterschiedlich geregelten Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden, den bestehenden Systemen von Kantonsbeiträgen, Abgeltungen und gemeinsamen Finanzierungsmodellen.

Audiofiles

  1. Grosse finanzielle Herausforderung: Luzern muss Zentrumslasten von 25 Millionen Franken alleine berappen. Audio: David von Moos