Fischzählung im Sarnersee

Grosse Bestandesaufnahme des Unterwasserlebens

Blick auf den Sarnersee von Sarnen Richtung Giswil

Der Kanton Obwalden zählt seine Fische. Das ist allerdings nicht ganz einfach. Für die Volkszählung der etwas anderen Art braucht es rund 150 Netze.

Hecht, Egli, Felche oder Rotauge: Eine Woche lang werden vom 11. bis 15. September 2017 die Fische im Sarnersee nicht für den Verzehr, sondern für die Forschung gefangen. Mit dem "Projet Lac" will die Obwaldner Umweltbehörde möglichst viele Informationen über die Fische im Sarnersee sammeln.

Artenvielfalt verstehen

Man wolle herausfinden, wie viele und welche Fische im Sarnersee leben, erklärt Pascal Vonlanthen, Projektleiter der Fischbestandeserhebung gegenüber dem Zentralschweizer Fernsehen Tele1. Es sei wichtig, zu wissen, wie die Artenvielfalt unter Wasser aussieht. Das erlaube dem Kanton, zu vergleichen, wo der Sarnersee im Vergleich zu andern Gewässern stehe, so Vonlanthen.

Die Netze werden im ganzen Sarnersee nach dem Zufallsprinzip in verschiedenen Tiefen verteilt. Die gefangenen Fische werden vermessen, gewogen und fotografiert. Für die toten Fische sei nach der Datenerfassung ein Platz in einer Museumssammlung vorgesehen oder werden den Tieren im Tierpark Arth Goldau verfüttert, antwortet Vonlanthen auf die Frage, was mit den gefangenen Fischen passiere. «Die Fische sollen schliesslich nicht umsonst sterben.»

Fisch für 40'000 Franken

Aufgegleist wurde das «Projet Lac» vom Wasserforschungsinstitut Eawag. Die Kosten von rund 40'000 Franken für die Bestandesaufnahme der Fische im Sarnersee übernimmt zu einem Viertel der Bund, den Rest bezahlt der Kanton Obwalden. Die Resultate der Bestandesaufnahme sind laut den Verantwortlichen in rund einem halben Jahr zu erwarten.