SZ: Beil-Attacke im Kosmetiksalon

Bizzarrer Fall vor dem Strafgericht Schwyz

Sie wird als aufopfernde Mutter und Grossmutter beschrieben, ging vor gut zwei Jahren aber mit einem Beil auf die Freundin des Sohnes los. Heute musste sich eine 57-jährige Frau vor dem Strafgericht Schwyz verantworten.

Im Juli 2015 sass eine junge Frau mit Wattepads auf den Augen im Kosmetiksalon der Mutter ihres Freundes. Dann plötzlich griff diese sie mit einem Beil an. Die junge Frau trug Schnittwunden an Stirn, Kinn, Schulter und am Unterarm davon, die zum Glück nicht lebensbedrohlich waren. Komisch erscheint diese Tat vor allem darum, weil die Angeklagte als stets hilfsbereit beschrieben wird. Unter anderem betreute sie oft die Zwillinge der jungen Frau, die auch im gleichen Haus wohnten.

Angeklagte spricht von Blackout

Sie könne sich nicht erklären, wie sie eine solche Tat habe begehen können, sagte die Angeklagte heute vor Gericht. Sie habe dem Opfer gerade das Gesicht gereinigt, als sie plötzlich ein blödes Gefühl überkommen habe. Dann sei es passiert.

Der Staatsanwalt hingegen sprach von einer geplanten Tat. Dass die Frau in ihrem Kosmetik-Salon ein Beil gehabt habe, könne kaum ein Zufall sein. Ausserdem sei die junge Frau nicht die Wunsch-Schwiegertochter der Frau.

Frauen haben sich versöhnt

Die Anklage lautet auf versuchten Mord, eventuell versuchte vorsätzliche Tötung oder versuchten Totschlag. Angesichts der skurillen Tat scheint es gar nicht so einfach zu sein, die Anklage zu formulieren. Falls die Frau wegen versuchtem Mord verurteilt würde, droht ihr eine Gefängnisstrafe von acht Jahren. Das Urteil wird später schriftlich bekannt gegeben.

Übrigens scheinen sich die beiden Frauen wieder gut zu verstehen. Das Opfer lebt heute wieder bei der Angeklagten - und liess sich bereits wieder von ihr die Haare schneiden.