Armee-Spezialist klickte 8'000 Pornobilder an

Bundesverwaltungsgericht spricht ihm dennoch eine Entschädigung zu

Ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee. (Symbolbild)

Ein Spezialist der Logistikbasis der Schweizer Armee hat während der Arbeitszeit rund 8'000 Pornobilder angeklickt. Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, wurde das Material von einer militärischen IT-Einheit entdeckt. Unter anderem befanden sich darin über 100 Sexszenen mit Tieren, was somit illegale Pornografie ist.

Beim Täter handle es sich um einen 60-Jährigen, der seit mehr als 30 Jahren für den Bund gearbeitet habe. Die Bilder habe er innerhalb eines halben Jahres angeklickt. Als Entschuldigung sagte er, dass er an einem "Boreout" leide. Dabei zeigen sich die selben Symptome wie bei einem Burnout, allerdings kommt dieses im Gegensatz zum Burnout nicht von Überforderung, sondern von Langeweile. Er sei nämlich unterbeschäftigt gewesen, weil die Armee seine Aufgaben stark reduziert habe.

Die Armee stellte den Mann umgehend frei. Aber erst vier Monate später erhielt er das Kündigungsschreiben, mit dem die Armee ihn rückwirkend per sofort entlassen wollte. Der Mann legt beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und gewann. Das Gericht begründete seinen Entscheid damit, dass die Armee ihm nach so langer Zeit ordentlich hätte kündigen müssen. Er erhält nun eine Entschädigung von über 80'000 Franken.