Weltweit Insektengift in Honig nachgewiesen

Ungefährlich für Menschen - nicht aber für Bienen.

Schweizer Forscher untersuchten Honig auf Insektengift.

Ob im Tee oder auf dem Butterbrot: Honig ist beliebt. Schweizer Forscher haben nun herausgefunden, dass drei Viertel des weltweit produzierten Honigs ein hochwirksames Insektengift enthalten. Für Menschen sei es ungefährlich, nicht aber für die Bienen selbst. 

Das Forscherteam der Universität Neuenburg hat zwischen 2015 und 2016 Honigproben aus der ganzen Welt auf den Gehalt von Neonikotinoiden untersucht. Das hochwirksame Insektengift gilt als mitverantwortlich für das Bienensterben. Wie die Forscher in der Zeitschrift "Science" berichten, enthielten drei von vier Proben Spuren von Neonikotinoiden.  Besonders häufig seien die Rückstände in Honig aus den USA oder Asien gefunden worden. Doch auch in europäischem Honig fanden sie in fast acht von zehn Fällen Spuren davon. 

Ungefährlich für Menschen

Die grosse Mehrheit der untersuchten Proben gefährde die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten nicht, so die Forscher. Kritischer sei die Situation für die Bienen. Diese seien auf der ganzen Welt Neonikotinoiden ausgesetzt, die sich auf ihr Verhalten, ihre Physiologie und ihre Fortpflanzung auswirken. Betroffen seien davon nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten, welche für die Bestäubung und Verbreitung von allerlei Pflanzen sorgen. 

Die Forscher der Universität Neuenburg machen Neonikotiniode für das Bienensterben mitverantwortlich. Chemiekonzerne hingegen sind davon überzeugt, dass ihre Insektengifte keine unvertretbare Umweltgefahr darstellen.