Sonntagspresse: Wieso schweigen die Promis?

Gegner der "NoBillag-Initiative" wollen nun Gas geben

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  1. "No-Billag-Initiative": Lob für Büne Huber - Kritik fürs Schweigen anderer Promis. Audio: Nicole Marcuard

Das Interview von Büne Huber bei Radio Pilatus von dieser Woche hat hohe Wellen geschlagen. Etliche Schweizer Medien zitierten Büne Huber, wie er gegen die "NoBillag-Initiative" geschossen hatte. Andere Promis halten sich aber bislang bedeckt. Das wird heute in der Sonntagspresse thematisiert. 

Alles gratis konsumieren aber nichts dafür bezahlen wollen. Das geht Büne Huber, Sänger von Patent Ochsner, gegen den Strich. Das sagte er auch im Interview diese Woche mit Radio Pilatus. Die Sonntagszeitung titelt heute "Schweizer Popmusiker lassen SRF im Stich", der SonntasgsBlick schreibt "TV-Lieblinge lassen SRF im Stich". Neben Büne Huber habe sich bislang noch kaum ein Künstler zur "NoBillag-Initiative" geäussert. Und dies, obwohl das SRF viele Schweizer Künstler erst bekannt gemacht habe und ihnen Plattformen biete. "Wir gaben ihnen eine Bühne und verschafften ihnen Existenze - und jetzt, wo es um unsere Existenz geht, bleiben sie stumm", hiess es von SRF gegenüber der SonntagsZeitung. Das wird durch eine Umfrage vom SonntagsBlick bestätigt. "Viele Prominente wollen es sich mit niemandem verscherzen, weder mit dem Publikum, noch mit dem SRF. Darum schweigen sie", schreibt der SonntagsBlick. Zu den Schweigenden würden Künstler gehören wie Göla, Bligg, Fabienne Louves oder auch DJ Bobo oder Marco Rima. 

Gegner wollen aufholen
Weil eine erste Umfrage zur NoBillag-Initiative auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hindeutet, wollen die Gegner nun aufholen. An vorderster Front will der kürzlich gegründete Verein "Nein zum Sendeschluss" kämpfen. Präsident ist Diego Yanez, Ex-Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und heutiger Direktor der Journalistenschule MAZ in Luzern. Im Zentrum stünden drei Vorhaben:

1. eine gross angelegte Plakataktion
2. eine Social-Media-Kampagne
3. die Idee einer Abstimmungszeitung

Momentan werde Geld gesammelt, schreibt der SonntagsBlick. Der Verein will zwei Millionen Franken zusammenbringen. Dank Privaten und Firmen, die spenden wollen, sei man zuversichtlich, dass das klappt. 

Abstimmung am 4. März
Die Abstimmung zur "NoBillag-Initiative" findet am 4. März statt. Die Initiative will, dass niemand mehr Radio- und Fernsehgebühren zahlen muss. Ein SRF finanziert sich zu drei Vierteln von diesen Geldern. Das Fehlen der Gebühren würden aber auch jene privaten Radio- und Fernsehsender spüren, welche ebenfalls zu einem gewissen Teil durch Billag-Gebühren finanziert werden. Die Befürworter der NoBillag-Initiative finden unter anderem: "Jeder soll selbst entscheiden können, für was er sein hart erarbeitetes Geld ausgeben möchte. Nicht jeder ist bereit, jährlich über 450 Franken für den Konsum von Radio und Fernsehen auszugeben."