Jodel-Studiengang sorgt auch für Kritik

Jodlerkreisen haben Angst um die Vielfalt und Natürlichkeit

An der Hochschule Luzern können Studenten ab diesem Herbst neu „Jodeln“ als Hauptfach studieren. Dies hat die Hochschule gestern mitgeteilt. In Jodlerkreisen findet dieses neue Angebot aber nur wenig Gehör.

Master of Arts in Music - mit Hauptfach Jodel: Diesen Titel können Studierende am Departement Musik der Hochschule Luzern ab Herbst anstreben. Schweizweit eine Premiere. Unterrichtet wird das neue Angebot von der bekannten Einsiedler Jodlerin Nadja Räss. Das neue Angebot stösst aber teilweise gerade auch in Jodlerkreisen auf Kritik. Der Escholzmatter Jodler und Volksmusikant Franz Stadelmann befürchtet, dass das Jodeln durch den Hochschul-Unterricht akademisiert wird. Die Natürlichkeit und Vielfalt des Jodelns könnte dadurch verloren gehen, so Stadelmann gegenüber Radio Pilatus und Tele1. Gleiches befürchtet auch der Zentralschweizer und Eidgenössische Jodlerverband. 

Chance für die Jodlerszene, sagt Räss

Studienleiterin Nadja Räss ist da ein wenig anderer Meinung. Zwar sagt auch sie, dass es für eine erfolgreiche Jodel-Karriere nicht unbedingt einen Hochschulabschluss braucht. Für die Jodlerszene sei es aber eine Chance: "Es ist ein Gewinn, wenn es in der Zukunft ausgebildete Gesangspädagogen gibt, welche sich auf das Jodeln spezialisieren und Bescheid wissen, wie dies funktioniert", so Räss gegenüber Radio Pilatus und Tele1. Auch sei es ihr wichtig, dass die Vielfalt durch das neue Angebot nicht leide. "Die Studenten sollen sich auskennen, in den verschiedensten Naturjodel der ganzen Schweiz, und sie möglichst auch selber singen können."

Studienstart für das neue Hauptfach Jodel ist im kommenden Herbst. Die Hochschule Luzern rechnet zu Beginn mit ca. sieben Absolventen pro Jahr.

Audiofiles

  1. In Jodlerkreisen macht man sich Sorgen um die Tradition. Audio: Fabian Kreienbühl