Abtreibungen: Das Geschlecht darf keine Rolle spielen

Eltern sollen das Geschlecht erst nach der 12. Schwangerschaftswoche erfahren

Sollen schwangere Frauen das Geschlecht ihres Kindes künftig erst nach der 12. Schwangerschaftswoche erfahren? Darüber muss in der Frühlingsession der Nationalrat debattieren. Der Bundesrat schlägt diese Regelung im Rahmen der Revision des Gesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen vor. Grund ist, dass es Frauen gibt, die wegen des Geschlechts noch vor der 12. Woche abtreiben.

Es komme immer wieder vor, dass sich werdende Eltern schon sehr früh über das Geschlecht erkundigen, heisst es heute in einem Bericht des Tagesanzeigers. Es seien vor allem Paare aus anderen Kulturen, die das Thema beschäftige. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche kann eine Frau selber über einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche ist es möglich dank eines Bluttests das Geschlecht des ungeborenen Kindes zu erfahren. Theoretisch ist es einer Frau also möglich, eine Schwangerschaft aufgrund des Geschlechts abzubrechen. Dies weil sie selber oder ihr soziales Umfeld das Geschlecht nicht akzeptiert. In der Praxis komme dies auch tatsächlich vor, heisst es in dem Bericht weiter.

In der Frühlingssession wird sich der Nationalrat des Themas annehmen. Es geht dabei um einen Gesetzesartikel, der verhindern soll, dass Abtreibungen aufgrund des Geschlechts vorgenommen werden. Ärzte sollen vor Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche einer schwangeren Frau das Geschlecht des ungeborenen Kindes nicht mitteilen dürfen. Ausnahmen soll es nur geben, wenn eine Krankheit vorliegt.