Bessere Job-Chancen für Flüchtlinge

Ein Algorithmus soll bei der Verteilung auf die Kantone helfen

Berufliche Integration von Flüchtlingen: Adem Yakob aus Eritrea bei der Arbeit auf dem Enikerhof der Familie Rüttimann in Cham

Ein neuer Algorithmus soll helfen, Flüchtlinge so auf die Kantone zu verteilen, dass sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) testet in Kooperation mit der ETH Zürich ab Herbst den Ansatz einer verbesserten Zuteilung. Das berichtet die Sendung "10vor10". 

Ab September wird der neue Algorithmus bei insgesamt tausend Asylsuchenden getestet.  Konkret schlägt der Algorithmus bei Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen aus Ländern mit einer Schutzquote von über fünfzig Prozent den Kanton vor, in dem die Wahrscheinlichkeit, eine Stelle zu finden, am grössten ist. Berücksichtigt werden dabei auch die bisherigen Kriterien gemäss Asylverordnung, sprich: der nach Bevölkerungszahl festgelegte Verteilschlüssel zwischen den Kantonen sowie eine gleichmässige Verteilung der Flüchtlinge nach Nationalität, gesundheitlichem Zustand und Alter. Am Schluss entscheide aber immer noch ein SEM-Mitarbeiter.

Resultate in rund drei Jahren
Der Versuch ist so konzipiert, dass tausend Asylsuchende alleine nach den bisherigen Kriterien verteilt werden, weitere tausend zusätzlich mit dem neuen Algorithmus. Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Asylsuchende der zweiten Gruppe künftig schneller Arbeit finden. "In zwei, drei Jahren werden wir dann die Ergebnisse analysieren und sehen, ob sich der neue Ansatz bewährt", sagt Bach. Generell hätten der Bund und die Kantone ein grosses Interesse daran, Asylsuchende erfolgreich ins Arbeitsleben zu integrieren.

Grosses Potenzial
In der Schweiz sind im dritten Aufenthaltsjahr im Durchschnitt nur 15 Prozent der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen erwerbstätig. Ihr Anteil könnte laut den ETH- und Stanford-Forschern jedoch auf 26 Prozent gesteigert werden, wenn Überlegungen zur Arbeitsmarktintegration und zur
Erwerbstätigkeit bei der Kantonszuteilung berücksichtigt werden.