75 Rega-Einsätze über Pfingsten

Darunter viele Sportunfälle

Rega-Einsatz bei Riemenstalden (SZ)

Über Pfingsten musste die Rega 75 Mal ausrücken. Dies vor allem wegen diverser Sportunfälle. Zwei kompliziertere Rettungen gab es dabei in der Zentralschweiz. Die Zahl der Einsätze liege im Schnitt anderer Pfingstwochendenden. 

Rund 75 Mal standen die Rettungshelikopter der Rega über die Pfingsttage für Menschen in Not im Einsatz. In rund einem Drittel der Einsätze wurde die Rega für die Rettung von verunfallten Freizeitsportlern aufgeboten: Unter anderem Mountainbiker, Gleitschirmpiloten, Motorradfahrer, Wanderer, Kletterer und Canyoning-Sportler benötigten die schnelle, medizinische Hilfe aus der Luft. Bei zwei Einsätzen in der Zentralschweiz wurde die Rettung durch Transportkabel beim Einsatzort zusätzlich erschwert.

Einsätze Zentralschweiz
Am späten Samstagnachmittag alarmierten zwei Canyoning-Sportler die Rega: Sie waren in einer Schlucht in der Nähe von Unterschächen (UR) blockiert, nachdem sie sich über einen Wasserfall abgeseilt hatten und das Seil derart unglücklich verklemmt war, dass sie weder auf- noch absteigen konnten. Der aufgebotene Rettungshelikopter der Basis Erstfeld nahm auf dem Weg zum Einsatzort einen Bergretter des Schweizer Alpen-Club SAC zur Unterstützung der Crew im schwierigen Gelände auf. Beim Anflug auf den Einsatzort entdeckte die Crew ein Transportkabel, welches über die Schlucht führte und in keiner Karte eingezeichnet war. Nach einem Rekognoszierungsflug, in welchem die exakte Lage des Kabels verifiziert werden konnte, startete die Crew laut der Rega-Mitteilung die eigentliche Rettungsaktion: Über der Schlucht schwebend konnte der Bergretter vom Helikopter zu den zwei blockierten, aber unverletzten Canyoning-Sportlern heruntergelassen werden. Schliesslich konnte einer nach dem anderen an der Rettungswinde aus der Schlucht geflogen werden.

Landung neben Bachbett für verunfallten Mountainbiker
Auch bei einem zweiten Einsatz in der Innerschweiz gestaltete sich die Rettung aufgrund von Transportkabeln als schwierig: In einem Tobel in der Gegend von Riemenstalden (SZ) war am Pfingstmontag ein 14-jähriger Mountainbiker gestürzt. Die genaue Position der Transportkabel in der Nähe musste zuerst von der Rega-Crew aus Erstfeld lokalisiert werden, bis ein sicherer Landeplatz neben dem Bachbett gefunden werden konnte. Der verunfallte Mountainbiker konnte anschliessend ärztlich versorgt und mit mittelschweren Kopfverletzungen in ein Spital geflogen werden.

Transportkabel sind eine grosse Gefahr für Helikopterpiloten
Luftfahrthindernisse wie Kabel und Transportseile bedeuten für Helikopterpiloten eine grosse Gefahr, heisst es in der Mitteilung der Rega. Sie können zu schweren Beschädigungen und schlimmstenfalls zum Absturz des Fluggeräts führen. Insbesondere Kabel und Transportseile in Bodennähe, also mit weniger als 25 Meter Abstand zum Boden, stellen ein ernsthaftes Problem dar. Für diese Kabel besteht keine Bewilligung- oder Meldepflicht, folglich erscheinen sie in keiner Datenbank. Die Rega arbeitet daran, auch alle tiefliegenden, nicht meldepflichtigen Luftfahrthindernisse zu erfassen und ruft deshalb regelmässig auch Privatpersonen zur Meldung auf.

Durchschnittliches Einsatzaufkommen über Pfingsten
Aufgrund der durchzogenen Wetterverhältnisse sei die Einsatztätigkeit der Rettungshelikopter über die Pfingsttage 2018 als durchschnittlich einzustufen.