ZG: Die Postplatz-Initiative polarisiert weiter

Die Stadtzuger stimmen am 10. Juni über die Initiative ab

Um diese Parkplätze auf dem unteren Postplatz dreht sich die Diskussion.

Braucht es oberirdische Parkplätze in der Stadt Zug? Bezüglich dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Die Volksinitiative, über welche die Stadtzugerinnen und Stadtzuger am 10. Juni abstimmen, möchte 42 Parkplätze behalten und so das Stadtzuger Gewerbe retten.

Die Parkplätze in der Stadt Zug geben schon lange zu reden. Mal sind es die Parkgebühren, mal ist es die Anzahl Parkplätze oder der Standort, der für Diskussionen sorgt. Mit der Volksinitiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!» werden die Stadtzuger Parkplätze nun einmal mehr zum Thema. Konkret gibt es in der Stadt Zug momentan noch 60 oberirdische Parkplätze. Gemäss Bebauungsplan würden diese Parkplätze verschwinden, die Initiative will nun aber 42 Parkplätze retten.

Parkhaus wurde Ende April eröffnet

Die Ausgangslage ist seit Jahren klar: 2008 stimmte die Stadtzuger Bevölkerung dem Bebauungsplan Postplatz zu. Dieser sah den Bau eines neuen Parkhauses mit 100 öffentlichen Parkplätzen vor. Im Gegenzug dazu wurde festgehalten, dass die 60 oberirdischen Parkplätze in der Zuger Innenstadt verschwinden sollen. Das Parkhaus am Postplatz wurde Ende April dieses Jahres eröffnet, nun steht die Auflösung der Parkplätze bevor. Genau dies möchte die Initiative, die vom Gewerbeverein der Stadt Zug sowie einzelnen Gewerblern und Politikern mitgetragen wird, erreichen. Die Initianten fordern, dass der Bebauungsplan Postplatz so angepasst wird, dass  42 Parkplätze auf dem unteren Postplatz sowie in der Alt- und Neustadt erhalten bleiben.

Parkplätze seien wichtig für Gewerbe

Die 42 Parkplätze auf dem unteren Postplatz sowie in der Alt- und Neustadt seien besonders wichtig für das Gewerbe, sagt Philip C. Brunner, SVP-Parlamentarier und Mitglied des Initiativkomitees. "Wenn Menschen rasch etwas einkaufen oder erledigen möchten, braucht es solche Kurzzeitparkplätze. Gibt es keine solche oberirdischen Parkplätze mehr, kommen auch die Leute nicht mehr", ist Brunner überzeugt. Das Zuger Stadtparlament sprach sich mehrheitlich für die Initiative aus, die Zuger Stadtregierung dagegen. Der scheidende Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller: "Vor zehn Jahren wurde die Auflösung der oberirdischen Parkplätze vom Volk beschlossen. Diese Entscheidung soll nicht mehr rückgängig gemacht werden."

18 Parkplätze verschwinden sowieso

Wird die Initiative angenommen, muss der Bebauungsplan Postplatz entsprechend angepasst werden und kommt wieder vors Volk. Bei einer Ablehnung der Initiative werden die 42 Parkplätze auf dem unteren Parkplatz sowie in der Alt- und Neustadt aufgehoben. Die Stadtregierung müsste dann einen neuen Vorschlag zur Planung des unteren Postplatzes ins Parlament bringen. Die 18 Parkplätze auf dem oberen Postplatz werden gemäss Bebauungsplan Postplatz sowieso aufgelöst. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung beginnen die Bauarbeiten in der St.-Antons-Gasse und der Falkengasse bereits Mitte Juni, später dann auch auf dem oberen Postplatz.