Vollgeld-Initiative: Wirtschaft zeigt sich eher skeptisch

Am 10.Juni stimmt die Schweiz über die Vollgeld-Initiative ab

Am 10.Juni stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Vollgeld-Initiative ab. Dabei geht es um die Frage, ob in Zukunft ausschliesslich nur noch die Schweizer Nationalbank Geld produzieren darf. Für Bargeld trifft das zwar bereits zu, allerdings soll das neu auch für das elektronische Geld gelten. 

Bei der Produktion von Geld unterscheidet man zwischen Bargeld und elektronischem Geld. Geld drucken und Münzen prägen, das darf in der Schweiz ausschliesslich die Schweizer Nationalbank. Beim elektronischen Geld, das auf unseren Konti liegt, können unter bestimmten Auflagen auch "normale" Banken das sogenannte Buchgeld produzieren. Wenn sie einem Kunden beispielsweise einen Kredit gewähren, dann wird demjenigen Geld gutgeschrieben, das zuvor nicht existierte. 

Weltweit gibt es noch kein solches System 

Die Vollgeld-Initiative will unter anderem, dass nur noch die Schweizer Nationalbank Geld produzieren darf. Sowohl das Bargeld als auch das elektronische Buchgeld. Die Initianten glauben, dass man so besser für Finanzkrisen wie im Jahr 2008 gewappnet sei, weil das Geld dann tatsächlich vorhanden ist. Ob das funktionieren würde, ist allerdings unklar, da es weltweit noch kein solches System gibt. Die Gegner der Initiative sagen klar, dass es einen solchen Systemwechsel nicht braucht, da das bisherige System funktioniert. Die Folgen der Initiative könne man nicht voraussagen und sei daher ein unnötiges Risiko. 

Chancen stehen eher schlecht

Die Vollgeld-Initiative hat einen eher schwierigen Stand. Der Bundesrat, das Parlament, diverse Wirtschaftsverbände und auch die Schweizer Nationalbank sind gegen die Initiative. Auch die letzte Umfrage von dieser Woche hat gezeigt, dass 54 Prozent der Befragten die Initiative ablehnen werden.

Audiofiles

  1. Die Abstimmung zur Vollgeld-Initiative. . Audio: Tise Oetterli