Der Kanton Zug wird Lohn-Charta nicht unterschreiben

Das Zuger Kantonsparlament sieht keinen Handlungsbedarf

Symbolbild

Der Kanton Zug wird die von SP-Bundesrat Alain Berset lancierte Lohn-Charta nicht unterschreiben. Dies hat der Kantonsrat am Donnerstag mit 38 zu 32 Stimmen entscheiden. Diese Charta sei nicht notwendig, um Lohngleichheit bei der Verwaltung zu garantieren.

Mit einer Unterschrift unter diese Charta hätte sich der Kanton Zug dazu bekannt, die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau einzuhalten und diese auch regelmässig zu kontrollieren. Diese Charta sei zwingend notwendig, sagte die Sprecherin der ALG, die das entsprechende Postulat eingereicht hatte. Zug habe es bisher verpasst, die Lohngleichheit zu überprüfen. Die SP betonte, dass man mit der Charta auch ein Signal an private Arbeitgeber aussende. Schliesslich habe der Kanton eine Vorbildfunktion.

Ausser der ALG und der SP mochte sich aber niemand für Bersets Charta erwärmen. Die CVP etwa fand die Diskussion unnötig. Die Gesetzesgrundlage sei ja klar, Lohnunterschiede seien nicht zulässig. Der Regierungsrat könne auch ohne Charta vorwärts machen und die Löhne kontrollieren, sagte die CVP-Sprecherin.

"Als Frau" zunehmend genervt

Die GLP-Sprecherin wiederum räumte ein, dass sie "als Frau" von diesem Thema zunehmend genervt sei. Man müsse es einfach mal lösen statt endlos darüber zu diskutieren. Kurz und knapp auch die Haltung der SVP: Für sie sei es selbstverständlich, dass Mann und Frau gleich bezahlt würden. Da brauche es keine Charta dafür. Die gleiche Haltung vertritt Finanzdirektor Heinz Tännler, ebenfalls SVP. "Die Charta ist nur Signalpolitik." Sie sei nicht rechtsverbindlich, sondern bringe nur einen Riesenaufwand. Bei der Zuger Verwaltung sei alles in Ordnung. Es könne natürlich immer eine Ausnahme geben, aber er habe von keinen Missständen gehört. Die Lohn-Charta von Alain Berset ist bisher von Bund, 14 Kantonen und 37 Gemeinden unterzeichnet, dazu gehört auch die Stadt Zug.