Wikon entzieht dem Finanzvorsteher die Dossiers

Der SVP-Politiker soll seiner Partnerin interne Informationen weitergegeben haben

Blick auf Wikon im Kanton Luzern.

Der Gemeinderat von Wikon hat dem Finanzverwalter Wolfgang Kunzelmann​ sämtliche Dossiers entzogen. Das Gremium wirft dem Ratsmitglied die Verletzung von Amtsgeheimnis und Kollegialitätsprinzip sowie Amtsverweigerung vor. Das Vertrauensverhältnis sei unwiederbringlich gebrochen.

Der SVP-Politiker habe nicht nur seiner Partei, sondern auch seiner Partnerin offenbar behördeninterne, schützenswerte Informationen zukommen lassen, heisst es in einer Medienmitteilung auf der Gemeinde-Webseite am Freitag. Man prüfe in diesem Zusammenhang strafrechtliche Schritte. Konkret habe seine Partnerin an der Gemeindeversammlung Anfang Juni Differenzen zwischen ihrem Mann und der Gemeindeschreiberin öffentlich gemacht. Dabei bediente sie sich laut dem Gemeinderat Insider-Informationen.

Thema war die Dachsanierung des Gemeindehauses

Der Vorwurf der Amtsverweigerung bezieht sich auf die Dachsanierung des Gemeindehauses. Dabei seien dem Gemeinderat wichtige Informationen im Zusammenhang mit dem Submissionsverfahren bewusst vorenthalten worden. Das Dossier werde nun der Baukommission übertragen. Nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen sei weder eine Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Finanzvorsteher noch eine freie Meinungsäusserung im Ratsgremium möglich, begründete der Rat den Schritt.

Für eine Stellungnahme war Wolfgang Kunzelmann nicht erreichbar. Der SVP-Vertreter war im April 2017 in stiller Wahl in den Gemeinderat gekommen.