Ernstfall im See

Rettungsübungen in der Badi Sursee

Jährlich ertrinken in Schweizer Seen, Flüssen und Schwimmbäder im Durchschnitt rund 50 Personen. Gerade erst im Juni geriet ein 57-jähriger Schwimmer im Baldeggersee in Not. Er konnte zwar gerettet und reanimiert werden, später im Spital ist er jedoch verstorben. Damit ein Bademeister im Ernstfall schnell handeln kann, muss er diesen immer wieder trainieren. So wie in der Badi Sursee. Da wird wöchentlich mit dem Defibrillator, den Rettungsmitteln oder der Beatmung geübt. 

Wenn ein Schwimmer nicht mehr kann, wenn er sich verletzt oder einen Herzinfarkt kriegt, muss es schnell gehen. Damit man beim Ernstfall nicht überfordert ist, muss man ihn üben, meint René Bühlmann, der Strandbadleiter. "Man sitzt am Aufsichtsplatz und muss bei einem Alarm sofort von 0 auf 100. Will man die Nerven bewahren, braucht es genug Übung. Dann weiss man beim nächsten Mal auch was zu tun ist."

Eine Übung hilft, dass man bei den Neuerungen up to date ist. Immer wieder ändern sich nämlich Beatmungstechniken oder die Rettungsmittel. Auch der Umgang damit will gelernt sein. Im Strandbad Sursee gibt es verschiedene Hilfsmittel: Baywatch-Bojen, Surfbretter, ein aufblasbarer Gurtretter (Rescue Turbe) oder Bälle zum Zuwerfen, falls jemand in Panik gerät. Der See ist trüb und wird schnell tief. Darum gibt es bei ihnen auch eine 5 Liter Sauerstoffflasche. Mit dem Surfbrett ist man zwar schnell beim Opfer, aber wenn jemand untergeht, gehört auch ein wenig Glück dazu, um die Person schnell zu finden, sagt René Bühlmann. Im letzten Jahr hatten sie rund 6 Ernstfälle, in diesem Jahr waren es auch schon drei. Es kann also immer etwas passieren.