Wasserstände so tief wie seit 1949 nicht mehr

Die Pegel von Seen erreichen historische Tiefststände

In der Schweiz ist es so trocken wie lange nicht mehr. Die Pegel von Seen erreichen historische Tiefststände, und auch bei Abflüssen anderer Gewässer werden neue Tiefstwerte verzeichnet. Die Situation wird sich laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) weiter verschärfen.

Seit Messbeginn 1864 fiel in der Schweiz in der Periode von April bis Juli nur in drei Jahren weniger Regen als in diesem Jahr, wie MeteoSchweiz in seinem Klimablog schreibt. Vielerorts fehlten die Niederschlagssummen von rund zwei Monaten. Zum fehlenden Regen gesellt sich die Hitze, die ebenfalls ausschlaggebend ist für die herrschende Trockenheit. Im zentralen und östlichen Mittelland hat sich zudem die bestehende Niedrigwassersituation verschärft.

Sehr tiefe Pegel

Von einer Niedrigwassersituation wird gesprochen, wenn die Wasserstände der Gewässer verglichen mit früheren Messungen sehr tief sind. Nicht nur kleinere und mittlere Bäche und Flüsse sind von tiefen Abflüssen betroffen. Auch bei grösseren Flüssen wie Thur, Limmat, Aare, Rhein, Ticino und Reuss liegen die registrierten Abflussmengen nahe oder teils auch unterhalb der langjährigen saisonalen Tiefstständen. Von den tiefen Wasserständen betroffen sind auch grössere Seen in der Zentral- und Ostschweiz. Auf sehr tiefen Niveaus liegen derzeit etwa die Pegel von Walen- und Zürichsee. Im Boden-, Vierwaldstätter- und Zugersee waren die Wasserstände zuletzt im Juli 1949 so tief wie heute.

Tiefe Grundwasserstände

Wegen der deutlich unterdurchschnittlichen Niederschläge der letzten Monate gingen auch die Grundwasserstände und Quellabflüsse stetig zurück. Im Zuge der Trockenheit sind derzeit normale bis zunehmend tiefe Grundwasserstände und Quellabflüsse mit sinkender Tendenz zu verzeichnen. Durchschnittliche Wasserstände werden derzeit noch bei den regulierten Seen gemessen. Dazu gehören etwa der Thunersee, der Lago Maggiore oder die Jurasüdseen. Hochalpine Flüsse weisen aufgrund intensiver Gletscherschmelze gar steigende Abflüsse auf.

Eine Verbesserung der Situation ist momentan nicht in Sicht.

Luzerner Stadtgärtnerei mit Massnahmen

Auch die Pflanzen und Bäume in der Stadt Luzern kommen an den Anschlag - und mit ihnen auch die Gärtnereien. Darum heisst es für sie: Giessen, giessen und nochmals giessen. Insbesondere die Jungbäume brauchen viel Wasser.

 

Die Natur leidet unter der Trockenheit.