Trockenheit und die Feuerwehr: ein Problem

In der Schweiz gibt es immer weniger Feuerwehrleute

Feuerwehrmann aus Escholzmatt

Die Trockenheit in der Schweiz stellt auch die Feuerwehren vor personelle Herausforderungen. Einerseits aufgrund der Ferienzeit, andererseits aber auch, weil es immer weniger Feuerwehrleute gibt.

In der Ferienzeit sind die meisten Miliz-Feuerwehren sowieso bereits schlechter besetzt. Ein Pikettdienst im Feuerwehrdepot zu positionieren sei aber keine Option, sagen Vertreter der Gebäudeversicherungen. Das würden die Arbeitgeber nicht akzeptieren, weil auch diese in der Ferienzeit schlechter besetzt sind. Dazu kommt, dass es in der Schweiz immer weniger Feuerwehrleute gibt. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl schweizweit um 25 Prozent auf ca. 85'000, schreibt die Sonntagszeitung. Die Einsätze stiegen hingegen in der gleichen Zeit um über 10 Prozent. Um bei Grosseinsätzen trotzdem bereit zu sein, zählen die meisten Feuerwehren auf die Hilfe der Kollegen in den Nachbargemeinden.

Trockenheit auch für die Älpler ein Problem

Die Trockenheit in der Schweiz dauert an und wird sich in den kommenden Tagen vielerorts noch verschärfen. Das wird auch zum Problem für die Landwirtschaft in den Bergen. In der Ostschweiz musste die Schweizer Luftwaffe verschiedene Helikoptereinsätze fliegen, um Wasser für ausgetrocknete Abschnitte in den Alpen zu bringen. Auch in der Zentralschweiz könnte die Trockenheit für die Alpbewirtschaftung ein Problem werden, sagt Älpler Pius Wyrsch aus Oberrickenbach. "Das Gras, das bereits abgeweidet wurde, wächst schlecher wieder an. Es ist nicht mehr so ergiebig und dadurch gibt es weniger Futter für die Kühe und das Vieh", so Wyrsch. Wenn das Gras knapp werde, dann müsse das Vieh früher wieder ins Tal. Auch das Trinkwasser und das Wasser für den Betrieb werden knapp. Ob es trotzdem noch bis zum geplanten Alpabzug Ende September reicht, das hängt allein davon ab, wie lange es noch so trocken bleibt.

Situation wird sich noch verschärfen

In den nächsten Tagen werden Temperaturen von 30 bis 35 Grad erwartet. Grosse Regenmengen sind gemäss Prognosen nicht in Sicht. Die Trockenheit werde sich in den kommenden Tagen daher vielerorts weiter verschärfen, schreibt SRF Meteo in einer Mitteilung. Es würden sich meist nur über den Bergen isolierte Schauer oder Gewitter entwickeln. Im Mittelland und auch im Mittel- und Südtessin seien bis auf weiteres keine nennenswerten Schauer zu erwarten. Hitze-Warnungen gab MeteoSchweiz für die Regionen Basel, Genf und das Genfersee-Gebiet sowie das Rhonetal im Wallis und das Tessin aus. In diesen Gebieten dürften die Temperaturen bis 35 Grad steigen, bei einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 50 Prozent.