Mittelalterlicher Fund in der Stadt Zug

Bei Grabungsarbeiten wurden Teile des Geissweidturms gefunden

Die entdeckten Teile des Fundaments vom Geissweidturms. Ansicht der Stadt Zug auf dem Stadtkalender aus den Jahren 1724-1787. Kupferstich von Johann Brandenberg und Jakob Andreas Fridrich. Ansicht der Stadt Zug in der Chronik des Johannes Stumpf 1547. Der Geissweidturm ist der Rundturm am linken Bildrand.

Die Stadt Zug meldete heute einen mittelalterlichen Fund: Bei Grabungsarbeiten am oberen Postplatz ist man auf Teile des Fundaments des Geissweidturms gestossen. Sie werden nun durch das Amt für Denkmalpflege und Archäologie untersucht.

Momentan laufen im Bereich des oberen Postplatzes in Zug Sanierungsarbeiten an den Werkleitungen und an der Erneuerung des Belages. Die 2008 bewilligte Umgestaltung des oberen Postplatzes wird ebenfalls umgesetzt.

Bei den Arbeiten wurden nun Überreste des mittelalterlichen Geissweidturmes gefunden. Wie die Stadt Zug mitteilt, war der Rundturm Teil der ab 1478 erbauten zweiten, inneren Stadtbefestigung. Der Standort des Turms war bekannt, genauere Angaben über sein Aussehen oder Baudatum aber fehlten bis jetzt. 1526 wurde der Turm wegen eines Blitzeinschlages zerstört. In der Folge wurde er dann wieder neu erbaut. Erstmals abgebildet wurde der Turm 1547 in der Chronik des Johannes Stumpf.

Wertvoll für Erforschung der Stadtbefestigung

Im 19. Jahrhundert wurden in Zug - wie vielerorts sonst auch - die nutzlos gewordenen Befestigungsanlagen entfernt. Zwischen 1835 und 1879 wurden insgesamt sieben Türme und Tore abgebrochen, der Geissweidturm im Jahre 1842. Spätmittelalterliche Wehranlagen sind deshalb in der Schweiz meist nur noch fragmentarisch erhalten.

Im Konzept der Umgestaltung des oberen Postplatzes war bereits vorgesehen, den Grundriss des Geissweidturms in die Pflästerung abzubilden. Mit den Überresten kann man sich jetzt aber auch ein Bild von den Dimensionen machen. Die Sanierungsarbeiten werden durch den Fund übrigens nicht verzögert. Sie sollen planmässig Anfang Dezember beendet werden. Die Untersuchungen des kantonalen Amtes für Denkmalpflege und Archäologie werden noch diese Woche abgeschlossen.