Bund macht vorwärts mit Bundesasylzentrum Wintersried

Noch bleibt ein Jahr Zeit, eine Alternative zu finden

Wintersried im Kanton Schwyz

Das Bundesasylzentrum in Wintersried im Kanton Schwyz rückt näher. Noch bleibt den Zentralschweizer Kantonen aber ein Jahr, um sich auf eine Alternative zu einigen. Der Bund leitet das Baubewilligungsverfahren für den umstrittenen Standort ein.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) werde im September das Baubewilligungsverfahren für den Bau des neuen Zentrums auf dem Areal Wintersried in Schwyz einleiten, wie die Bundesbehörden mitteilten. Die Zentralschweizer Kantone hätten aber noch ein Jahr Zeit, sich auf eine Alternative zu einigen. Man wolle sicherstellen, dass die Zentralschweiz nach der Aufhebung des provisorischen Zentrums auf dem Glaubenberg in Obwalden über ein Bundesasylzentrum verfüge. Dieses sollte dann ab Mitte 2022 betrieben werden können. Das Zentrum auf dem Glaubenberg könne nicht zu einem Bundesasylzentrum umgebaut werden, weil die Anlage in einem Moorschutzgebiet von nationaler Bedeutung liege.

Widerstand von Schwyz

In den letzten Jahren seien in der Zentralschweiz über 15 mögliche Standorte eingehend geprüft worden. Der Standort Wintersried in der Gemeinde Schwyz erfüllt gemäss dem Bundesrat die baulichen, betrieblichen und wirtschaftlichen Anforderungen am besten. Das Areal in Wintersried sei ganzjährig gut erreichbar, könne wirtschaftlich gebaut und effizient betrieben werden. Ausserdem biete der Kanton Schwyz mit seinem Standort die grösste Planungssicherheit. Die Schwyzer Kantonsregierung sieht das anders. Schon seit geraumer Zeit wehrt sie sich gegen das Zentrum auf dem Areal bei Seewen. Es sei erschwerend für die Entwicklung des Schwyzer Talbodens zwischen Schwyz und Brunnen. Ein Funken Hoffnung gibt es aber noch: Bis Ende September 2019 bleibt Bund, Kantone und Gemeinden Zeit, einen alternativen gleichwertigen Standort als Ersatz zu finden.

(Quelle: sda)