Wochenserie: Zentralschweizer Soldaten im Kosovo

Kampfmittelbeseitiger, Köche und Sanitäre: Der Alltag im Kosovo

VJ Ramona Schelbert interviewt Alex Winiger in Kosovo

Diese Woche geben Tele1 und Radio Pilatus einen Einblick in den grössten Auslandeinsatz der Schweizer Armee. Kampfmittelbeseitiger, Köche, Sanitäre, Kommandanten und Beobachter zeigen den Alltag in den Camps und erzählen von ihren Herausforderungen im Kosovo.   

Nach dem Bürgerkrieg vor knapp 20 Jahren hat die Schweizer Armee die Swisscoy (Swiss Company) mit knapp 200 Leuten in den Kosovo geschickt, um das Gebiet wieder aufzubauen und für Frieden zu sorgen. Die Rolle und die Aufgaben der Swisscoy in der Kosovo Force, kurz KFOR sind nicht mehr die gleichen wie vor 20 Jahren, sagt der aktuelle Kommandant der Swisscoy Christian Berger: "Früher baute man Brücken, Schulhäuser oder Brunnen. Heute ist das anders, grundsätzlich funktionieren die Strukturen wieder, so dass das Land das selber übernehmen kann. Der Hauptteil des Kontingents besteht heute in den Liaison und Monitoring Teams. Man ist in der Bevölkerung präsent mit Teams. Man geht zu den Behörden, Vereinen oder spricht mit Leuten aus der Bevölkerung. Man will herausspüren, wie es ihnen geht."

Immer wiede heikle Situationen im Kosovo

Die Schweiz ist unter anderem für den nördlichen Teil des Kosovo verantwortlich. Das ist der schwierigste Teil von Kosovo. Dort gibt es immer noch Spannungen und Problemen. Mit den Observer-Teams kann man dort die Lage gut beobachten. Christian Berger führt die Swisscoy seit letztem April. Das sind 190 Leute, darunter rund ein Fünftel Frauen. Doch schon im nächsten Jahr werden es nur noch 165 sein. Da die Lage im Kosovo heute grösstenteils ruhig und stabil ist, konnte die KFOR seit 1999 immer mehr Soldaten abziehen. Früher waren es 50‘000, heute sind es noch 4000 im Kosovo. Das ist für den Kommandanten der KFOR Salvatore Guoci ein grosser Erfolg. «Unser Ziel ist, dass wir im Land präsent sind, solange es nötig ist. Es ist noch nicht Zeit, die Mission zu beenden. Aber wir arbeiten daran, die Bedingungen zu verbessern."

Swisscoy bleibt sicher bis 2020 im Kosovo

Die Situation im Kosovo hat sich zwar beruhigt, aber das Ganze ist noch nicht so stabil, dass es ohne die Kosovo Force funktionieren würde. Sie garantiert Sicherheit, auch wenn sie heute bei Problemen nicht mehr als erste eingreift. Das überlässt sie den Kosovarischen Sicherheitskräften. Noch Anfangs September beim Besuch des serbischen Präsidenten kam es zu Spannungen zwischen dem Kosovo-Serbischen Norden und dem Kosovo-Albanischen Süden. Auch nach fast 20 Jahren ist die Mission noch nicht vorbei. Das Schweizer Parlament bewilligte den Ausland-Einsatz noch bis 2020. Danach wird erneut verhandelt, ob die Swisscoy weitere 3 Jahre im Kosovo ist.

Alex Winiger in der Werkstatt im Kosovo Martina Henseler Eliane Wicki im Kosovo Kurt Barmettler ist als Kampfmittelbeseitiger im Kosovo unterwegs Wiederaufbau Kosovo Kosovo Wiederaufbau 2000 Kosovo: Wiederbaufbau durch Swisscoy im Jahr 2000

Porträt Eliane Wicki

Im Rahmen unserer Wochenserie zeigen wir ihnen, was die Schweizer Armee im Auslandeinsatz im Kosovo heute noch macht. Hier das Beispiel der 30-jährigen Eliane Wicki aus Ruswil. Sie ist während sechs Monaten als Beobachterin im Einsatz und schaut, wie es der Bevölkerung im Kosovo geht.

Porträt Alex Winiger

Der Entlebucher Alex Winiger ist Infrastrukturspezialist und gibt uns einen Einblick in seinen Alltag bei der Swisscoy. Er schaut, dass andere Soldaten ihre Arbeit machen können.

Porträt Kurt Barmettler

Der Obwaldner Kurt Barmettler ist seit 6 Jahren regelmässig im Kosovo und entschärft Kriegsmunition. Ein Job, der er auch in der Schweiz macht.

Porträt Martina Henseler

Im letzten Teil der Serie geht es um die Küche des Restaurants Swiss House. Dort arbeitet die Luzernerin Martina Henseler. Sie verwöhnt nicht nur Schweizer, sondern ihre Menüs locken auch internationale Soldaten an.