Agrar-Initiativen gescheitert

Das Stimmvolk sagt deutlich Nein zu Fair-Food und Ernährungssouveränität

Die Fair-Food-Initiative und die Ernährungssouveränitäts-Initiative sind gescheitert.

Die Landwirtschafts-Initiativen sind am Ständemehr gescheitert. Mehr als die Hälfte der Kantone und Halbkantone haben Nein gesagt zur Fair-Food-Initiative und zur Ernährungssouveränitäts-Initiative. Das Stimmvolk sagt ebenfalls deutlich Nein.

Das Schweizer Stimmvolk hat die Fair-Food-Initiative der Grünen mit 61,3 Prozent abgelehnt. Die Initiative zur Ernährungssouveränität des Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre wurde mit 68,4 Prozent verworfen. In den ersten Umfragen hatte sich noch eine grosse Mehrheit für die Initiative ausgesprochen. Viele wollten dem ökologisch wirtschaftenden Kleinbauern den Rücken stärken im Kampf gegen Weltmarkt-Konkurrenz und globale Agrarkonzerne. 

Grosse Ablehnung in Zentralschweiz

Das Ständemehr verfehlte die Initiative ebenfalls klar. Nur vier Kantone sprachen sich für die Initiative der Bauerngewerkschaft Uniterre aus. Es handelt sich durchwegs um Westschweizer Kantone. Der Kanton Genf nahm die Initiative mit 60 Prozent an, Waadt mit 57,1 Prozent. Ja stimmten auch die Kantone Jura und Neuenburg. Tessin, Freiburg und Wallis lehnten die Initiative zwar ab, jedoch mit tieferen Nein-Stimmenanteilen als alle Deutschschweizer Kantone. Diese lehnten die Initiative geschlossen ab, teils mit sehr hohen Nein-Stimmenanteilen. Obwalden lehnte das Anliegen mit 84 Prozent ab, Nidwalden mit 82,2 Prozent, Schwyz mit 82,1 Prozent. Auch die Fair-Food-Initiative ist in der Zentralschweiz auf wenig Begeisterung gestossen. Am deutlichsten wurde die Initiative in Obwalden verworfen mit 79,6 Prozent, gefolgt von Nidwalden mit 77,5 Prozent und Schwyz mit 77,4 Prozent.

Schwindende Zustimmung

Die Initiative der Grünen hatte zunächst grosse Sympathien genossen. In der ersten Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG sprachen sich 78 Prozent der Befragten dafür aus. In der zweiten Umfrage waren es nur noch 53 Prozent. Seither ist die Zustimmung weiter geschwunden. Den Gegnern könnte in die Hand gespielt haben, dass die Fair-Food-Initiative am selben Tag zur Abstimmung kam wie die Ernäherungssouveränitätsinitiative. Das bürgerliche Nein-Komitee warf trotz erheblicher Unterschiede beide in einen Topf. Diese Strategie scheint aufgegangen zu sein.

(Quelle: SDA)