Menschliches Versagen Schuld an Bahnunglück

Bei der Kollision zweier Bauzüge 2015 in Immensee wurde eine Person getötet

Menschliches Versagen führte zum tödlichen Bahnunfall 2015 in Immensee SZ. Menschliches Versagen führte zum tödlichen Bahnunfall 2015 in Immensee SZ.

Die tödliche Kollision zweier Bauzüge in Immensee SZ im Jahr 2015 ist darauf zurückzuführen, dass mehrere Personen in unterschiedlichen Funktionen Vorgaben nicht befolgten. Zu diesem Fazit kommt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in ihrem Bericht.

Zum Unfall beigetragen hätten das fehlende Hinterfragen von Unstimmigkeiten sowie nicht sicherheitsbewusstes Verhalten mehrerer Personen, heisst es im Schlussbericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dazu kam ein Mangel am Funkgerät des getöteten Rangierleiters sowie ein eingeschalteter Kontrollton, der den Anschein erweckte, dass der Mann bei Bewusstsein sei.

Beim Unfall, der sich während eines Gleisumbaus am frühen Morgen des 18. März 2015 ereignet hatte, erlitt weiter ein Gleisbauarbeiter schwere und vier Gleisbauarbeiter leichte Verletzungen. Es entstand grosser Sachschaden an Fahrzeugen und Infrastruktur.

Störung des Funkgeräts

Nach Arbeitsende wurde der Bauzug in zwei Kompositionen getrennt, die unabhängig voneinander Richtung Arth-Goldau fahren sollten. Als der erste Teil vor dem Spurwechsel in Brunnmatt auf die Weiterfahrt warten musste, fuhr die zweite Baukomposition als indirekt geführte Rangierbewegung ungebremst auf ihn auf.

Der Lokführer der ersten Komposition habe in der Rolle eines Sicherheitschefs, die er sich fälschlicherweise angeeignet habe, nach der ersten Arbeitsschicht die Strecke zwischen dem Spurwechsel Brunnmatt und Immensee in gesperrtem Zustand belassen. Das war dem eigentlichen Sicherheitschef nicht bekannt.

Dies habe dazu geführt, dass der Lokführer, ohne sich beim Sicherheitschef abzumelden und ohne beim Fahrdienstleiter eine Fahrstrasse zu verlangen, in Richtung Spurwechsel Brunnmatt fuhr, heisst es weiter. Somit waren nicht alle Involvierten auf dem gleichen Wissensstand.

Der Lokführer der zweiten Komposition habe während der Fahrt im Gegensatz zu den Vornächten keine Vorsignalmeldungen seines Rangierleiters, jedoch den andauernden Kontrollton gehört. Dies lasse den Schluss zu, dass die Sprechverbindung abgehend vom Funkgerät des Rangierleiters nicht zuverlässig funktionierte.

Möglicherweise eingeschlafen

Laut dem Bericht wäre es möglich, dass der getötete Rangierleiter des nachfolgenden Zugs nicht auf ein mögliches Hindernis vor ihm achtete, weil wie in den letzten zwei Tagen das gleiche Manöver als Rangierbewegung auf die Strecke durchgeführt werden sollte. Zudem lagen keine Information über die vorausgefahrene, wartende Baukomposition vor, auch war keine "Fahrt auf Sicht" angeordnet worden. Denkbar sei auch, dass er eingeschlafen sei.

Der Rangierleiter habe die stehende Baukomposition nicht wahrgenommen, sonst hätte er einen Bremsbefehl gegeben, das Bremsventil betätigt oder den Kontrollton abgestellt.

Quelle: sda