LU: Einsatzübung im Tunnel Schlund

Rund 300 Einsatzkräfte übten den Ernstfall

Ein Fahrzeug geriet in Brand Ein Fahrzeug geriet in Brand Die Opfer wirkten täuschend echt Rettungskräfte bei Bergungsarbeiten Rettungskräfte bei Bergungsarbeiten Rettungskräfte beim Abtransportieren von verletzten Rettungskräfte beim Versuch die Fahrertüre aufzuschneiden Bei einem Fahrzeug musste das Dach abgetrennt werden Ein fiktiver Unfall verursachte eine Massenkarambolage Auch die Chemiewehr war im Einsatz

Rund 300 Einsatzkräfte probten letzte Nacht den Ernstfall im Tunnel Schlund auf der A2 in Luzern. Massenkarambolage, Unfall mit einem Chemietransporter, Feuer und ganz viel Rauch - alles war dabei. Wegen der Übung "Traffico Tre" war die A2 auf der Strecke Luzern-Horw für rund vier Stunden gesperrt.

Zu Beginn war es noch ruhig im Schlund-Tunnel. Bei Übungsbeginn um 22:00 Uhr fuhren ausnahmsweise keine Fahrzeuge mit 80 oder 100 km/h durch den Luzerner Tunnel. Stattdessen waren einige Autos, ein Reisecar und auch ein Lastwagen bereits in Stellung und warteten auf den Startschuss. Auch die rund 50 Figuranten, welche die Opfer spielten, waren auf ihren Plätzen. Damit es auch wirklich echt wirkte, waren einige mit blutüberströmtem Gesichtern geschminkt und schrien um Hilfe.

Die Übungsleitung gestaltete «Traffico Tre» so real wie nur möglich. Der Schlund-Tunnel wurde nach Abklärungen mit dem Bundesamt für Strasse ASTRA von 21:00 Uhr (Fahrbahn Nord) resp. 21:30 Uhr (Fahrbahn Süd) bis 01:30 Uhr gesperrt. Auch die Stadt und Agglomeration Luzern gab dafür grünes Licht, da keine grösseren Veranstaltungen geplant waren. Die Einsatzübung «Traffico Tre» wurde während fast zwei Jahren vorbereitet.

300 Einsatzkräfte üben den Ernstfall
Im Einsatz standen die Stützpunktfeuerwehren Luzern und Stans, die Chemiewehr Emmen, die Luzerner Polizei, der Rettungsdienst 144, ein Nfs / Care-Team, Zentras und der Zivilschutz. Alles in allem probten rund 300 Einsatzkräfte den Ernstfall. Beim fiktiven Szenario ereignete sich im Tunnel Schlund eine Massenkarambolage, verursacht durch einen Selbstunfall eines Autos. Das Auto geriet dadurch in Brand. Insgesamt waren sieben Personen in verschiedenen Fahrzeugen eingeklemmt. Noch dazu kam ein Gefahrenguttransporter mit Anhänger, der ins Schleudern geriet und Leck schlug, wodurch Flüssigkeit austrat. Zudem war ein Reisecar mit Touristen involviert.

Die Touristen irrten teilweise unter Schock umher. Einige flüchteten in die andere Tunnelröhre in Richtung Süden. Dort kollidierte ein Auto mit den Fliehenden. Zwei Personen blieben schwer verletzt liegen, eine Person ist auf der Stelle tot.

Überprüft wurde vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften. So konnte zum Beispiel der Rettungsdienst zu Beginn nicht in den Tunnel, da die Feuerwehr nicht genug schnell agierte. Im Ernstfall hätten die Ambulanzen da viel schneller Druck auf die Feuerwehr ausgeübt, wie Elmar Bürgi (Übungsleiter Bereich Sanität) an der abschliessenden Übungsbesprechung sagte.

Alles in allem sei man zufrieden mit der Übung, sagte Vinzenz Graf, Gesamtübungsleiter. Sie hätten zwar in jedem Teilbereich kleinere Probleme festgestellt, aber dafür sei diese Übung ja schliesslich auch da.