Ladenöffnungszeiten in Luzern: Abbruch des Projekts gefordert

Detaillistenverband und Gewerkschaften drohen, juristisch vorzugehen.

In der Stadt Luzern gibt es Widerstand gegen längere Ladenöffnungszeiten in der geplanten Tourismuszone. Der Detaillistenverband und Gewerkschaften fordern, dass ein Projekt der Stadt abgebrochen wird. 

Im Kanton Luzern gelten bei den Ladenöffnungszeiten strikte Regeln: Die Läden müssen montags bis freitags um 18:30 Uhr schliessen – samstags um 16:00 Uhr. Längere Ladenöffnungszeiten sind nur für touristische Geschäfte möglich.

Die Ausnahmeregelung möchte sich die Stadt Luzern zu Nutze machen. Letzte Woche gab der Stadtrat bekannt, dass er ein touristisches Rayon definieren möchte, in dem Läden auf Wunsch länger geöffnet bleiben könnten.

Umgehung kantonaler Gesetze

Die Stadt möchte diese Lösung zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts testen und im November einen Workshop dazu durchführen. Der Detaillistenverband des Kantons Luzern, der Luzerner Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Unia werden am Workshop nicht teilnehmen. Wie sie in einer Mitteilung schreiben, sehen sie es nicht als ihre Aufgabe, Beihilfe zur Umgehung kantonaler Gesetze zu leisten. Des Weiteren befürchten sie, dass durch eine Tourismuszone Ungleichheiten zwischen Geschäften geschaffen und der Wettbewerb verzerrt werde. Kleinbetriebe könnten verdrängt werden.

Volkswillen respektieren

Für die Sozialpartner kommt die geplante Tourismuszone einer Totalliberalisierung und der Abschaffung des Sonntags als Ruhetag gleich. Sie würden dem Volkswillen widersprechen, halten sie fest.

Detaillistenverband und Gewerkschaften fordern von der Stadt einen umgehenden Übungsabbruch. Sie würden sonst das Pilotprojekt mit juristischen Mitteln unterbinden. Die Sozialpartner fordern, dass das Thema Ladenöffnungszeiten auf der kantonalen Ebene diskutiert werden.

(sda)