Vernetzt: Bitcoin-Mining verbraucht mehr Strom als die Schweiz

Viele Minen setzen auf billigen chinesischen Kohlestrom

Blieb leider bis heute eine Vision: Bitcoin Mining mit Solarstrom. Tatsächlich entstehen Bitcoins meist mit Kohlestrom in China.

Die Blockchain ist in aller Munde und weckt viele Hoffnungen - nicht zuletzt auch im Zuger Crypto-Valley. Allerdings sind zumindest die Crypto-Währungen ökologisch betrachtet völliger Unsinn. So verbraucht das Bitcoin-Mining mehr Strom als die ganze Schweiz. Und eine einzige Bitcoin-Transaktion braucht ungefähr gleich viel Strom wie 400'000 Kreditkartenzahlungen. 

Während für Gold im Wert von einem US Dollar rund 5 Megajoule Energie aufgewendet werden muss, sind es bei Bitcoin im Durchschnitt der letzten zweieinhalb Jahren rund 17 Megajoule. Dies zeigt eine Studie von Nature Sustainability. Kommt dazu, dass Bitcoin-Mining immer energieintensiver wird, weil die dafür zu knackenden mathematischen Probleme immer komplexer werden. Die Webseite digiconomist.net schätzt, dass das Bitcon-Mining alleine bis Jahresende über 73 Terrawattstunden Strom verbraucht haben wird. Mehr als der gesamte Stromverbrauch der Schweiz. Weil viele Bitcoin-Minen in China stehen und dort billigen Kohlestrom verbrauchen, ist das besonders bedenklich. 

Auch Transaktionen sind sehr energieintensiv
Mit dem Mining alleine hört der Stromhunger allerdings nicht auf. Laut digiconomist.net verbraucht auch eine einzige Bitcoin-Transaktion soviel Strom wie rund 400'000 Kreditkartenzahlungen. Der bei Produktion und Handel von Cryptowährungen anfallenden CO2 Ausstoss zu berechnen ist nicht ganz einfach. Experten schätzen von 13 Millionen bis über 70 Tonnen CO2 pro Jahr. Zum Vergleich: Die Schweiz emittiert rund 48 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. 

via Tages-Anzeiger