Die Hornkuh-Initiative ist gescheitert

Bauern erhalten weiterhin keine Subventionen für Kuhhörner

Das Anliegen galt als sympathisch, eine Mehrheit fand sich dafür trotzdem nicht. Das Stimmvolk hat die Hornkuh-Initiative am Sonntag mit über 50 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Die Initiative scheiterte auch am Ständemehr.

Das Resultat ist keine Überraschung. Nachdem die Initiative gut gestartet war, hatte sie im Lauf des Abstimmungskampfs an Unterstützung verloren. Die letzten Umfragen liessen eine Nein-Mehrheit erwarten.

Für den Bund ging es um wenig. Im Landwirtschaftsbudget sollen zwischen 10 und 20 Millionen Franken umgeschichtet werden. Damit wären die Halter von horntragenden Kühen, Stieren, Ziegen und Ziegenböcken zusätzlich unterstützt worden. Der Bund subventioniert die Schweizer Landwirtschaft mit fast 3,5 Milliarden Franken pro Jahr. Die Annahme der
Hornkuh-Initiative hätte also nicht zu ernsthaften Verwerfungen geführt.

Bescheidener Beitrag

Auch für die Tierhalter ging es nicht um allzu viel. Der Initiativtext selber legte keine Beträge fest. Die Initianten regten aber an, dass es pro Kuh mit Hörnern jährlich 190 Franken geben sollte, für eine Ziege 38 Franken. Das hätte eine Milchkuh über ihre durchschnittliche Lebensdauer hinweg um rund 1000 Franken aufgewertet. Die Zusatzkosten für den Bau
eines Freilaufstalls, der dem Platzbedarf gehörnter Tiere genügt, hätte dieser Betrag nicht gedeckt.

Um viel ging es nach Ansicht der Initianten aber für die Tiere. Sie argumentierten, dass das Enthornen den Kühen und Ziegen grosses Leid zufügt. Der Eingriff passiert im Alter von zwei bis sechs Wochen. Die Tiere bekommen Schmerz- und Beruhigungsmittel, bevor ihnen die Hornanlagen ausgebrannt werden. Laut den Initianten leiden viele Kühe und Ziegen danach aber unter Langzeitschmerzen.