Schneider-Ammann will auf Ruhegehalt verzichten

... und ist damit einer von wenigen

Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Der Ende Jahr abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat in einem Zeitungsinterview einen möglichen Verzicht auf sein Ruhegehalt von knapp einer Viertelmillion Franken pro Jahr angedeutet. "Werde ich nicht armengenössig, brauche ich es wahrscheinlich nicht."

Er wolle möglichst unabhängig vom Staat bleiben, sagte der freisinnige Ex-Unternehmer in einem am Samstag veröffentlichen Interview der Zeitungen von CH Media. Dem 66-Jährigen steht als alt Bundesrat ein jährliches Ruhegehalt in der Höhe des halben Lohnes zu, also rund 220'000 Franken. Der Verzicht ist die grosse Ausnahme. Von den lebenden Alt-Bundesräten beziehen nur Kaspar Villiger, Joseph Deiss, Flavio Cotti und Christoph Blocher keine Rente.

Der scheidende Wirtschaftsminister äusserte sich zu seiner beruflichen Zukunft vage. Er kündigte "mehrere Engagements" an, darunter auch Verwaltungsratsmandate. Genauere Angaben dazu machte er nicht.

Schneider-Ammann war vor seiner Wahl in den Bundesrat im Jahr 2010 Unternehmer. Der Elektroingenieur war ins Geschäft des Schwiegervaters eingestiegen und hatte das international tätige Maschinenbau-Unternehmen Ammann ausgebaut. Als der Vater zweier erwachsener Kinder die Firma in die Hände der sechsten Generation der Familie übergab, lag der Umsatz bei rund einer Milliarde Franken. Die "Bilanz" führt die Familie Schneider-Ammann in der Liste der 300 reichsten mit einem geschätzten
Vermögen von 425 Millionen Franken.

Quelle: Schweiz am Wochenende/sda